Veröffentlicht in: Finanzen Blog
19.04.2012

Existenzgründer und die KSK

Seit 1983 gibt es die Künstlersozialkasse, kurz KSK, die das Künstlersozialversicherungsgesetz umsetzen soll. Selbstständige Künstler und Publizisten sollen hiermit einen ähnlichen Schutz bekommen, wie ihn auch Arbeitnehmer genießen. Die KSK selbst ist allerdings kein Leistungsträger, sondern steht zwischen Sozialversicherungen und Versicherten. Sie bezuschusst die Beiträge zur Hälfte ihrer Höhe.

Wer kann hier versichert werden?

Die Künstlersozialkasse steht allen selbstständigen Künstlern und Publizisten offen, also Grafikern und Bildhauern, Musikern, Autoren und Journalisten usw. Sie müssen dafür lediglich die Hälfte der Beiträge übernehmen, die üblicherweise für Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung anfallen. Die andere Hälfte übernimmt die KSK. Die KSK finanziert diesen Zuschuss aus Mitteln des Bundes - zu 20 Prozent - und aus den Abgaben, die Unternehmen leisten müssen, wenn sie künstlerische oder publizistische Werke verwerten. Das sind noch einmal 30 Prozent.

Bei der Antragstellung kann der Versicherungswillige aus einem ganzen Katalog von Berufen wählen, die einfach angekreuzt werden müssen. Wenn sein ausgeübter Beruf nicht dabei ist, muss er der KSK glaubhaft machen, dass es sich um eine selbstständige und kreative Arbeit handelt. Versichert werden kann über die Künstlersozialkasse nur, wer ein Jahreseinkommen von mindestens 3900 Euro hat. Hier wird der reine Gewinn angenommen. Dieser muss jährlich im Vorab geschätzt werden, kann aber im Laufe des Geschäftsjahres eine Korrektur erfahren. Dann werden die Beiträge entsprechend angepasst. Die gezahlten Beiträge werden an den jeweiligen Leistungsträger weitergeleitet.

Vorteile für Existenzgründer in der KSK

Vor allem Existenzgründer im Medienbereich profitieren enorm von den Möglichkeiten durch die KSK. In diesem Bereich sind die Einkommen meist zu Anfang sehr gering, es muss gespart werden. Gut, wer dann nur die Hälfte der Beiträge zu zahlen braucht, aber dennoch den vollen Schutz genießt. Wer sich bei der KSK versichern lässt, kann die Riester-Rente abschließen und die staatlichen Förderungen in Anspruch nehmen - ein weiterer Vorteil, den generell privat Versicherte nicht genießen können.

Versicherte der Künstlersozialkasse haben die freie Wahl, welche Krankenkasse sie als Freiberufler wählen möchten. Als Berufsanfänger kann sogar zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung gewählt werden. Wer sich gesetzlich versichert, kann überdies die gleichen Leistungen in Anspruch nehmen, die auch ein Arbeitnehmer bekommt. So besteht zu Beispiel nach Ablauf von sechs Wochen der Arbeitsunfähigkeit der Anspruch auf Zahlung von Krankengeld. Außerdem werden andere Leistungen, wie Entgeltersatzleistungen (z. B. Mutterschaftsgeld) gewährt.

Wichtig: Alle Angaben sind ohne Gewähr! (Stand: April 2012)


    Mein Kommentar

    Benachrichtige mich, wenn jemand einen Kommentar zu dieser Nachricht schreibt.

    Zurück