Der Existenzgründerzuschuss vom Arbeitsamt

Der Gründungszuschuss ist extrem wichtig für jeden Gründer. Schließlich braucht man in der Anfangszeit genug Geld, um sich über Wasser zu erhalten. Aber leider ist der Zuschuss nicht einfach zu bekommen. Die Arbeitsagentur vor Ort entscheidet, ob man es „wert ist“, den Zuschuss zu erhalten. Sie müssen sich also sehr gut vorbereiten.

Bringen Sie gute Argumente mit. Und stellen Sie sich auf kritische Fragen ein! Hier lesen Sie, wie Sie sich optimal vorbereiten können.

Frau beantragt den Existenzgründerzuschuss
Den Antrag stellen

Wie sorge ich dafür, dass mein Antrag nicht abgelehnt wird?

Früher gab es einen Rechtsanspruch auf den Gründungszuschuss. Heute ist es eine "Ermessens-Entscheidung" des jeweiligen Sachbearbeiters, ob er den Zuschuss genehmigt oder nicht. Uns haben Gründerberater berichtet, dass vielen Existenzgründern die Gründung praktisch ausgeredet wird. Es wird gleich zu Beginn gesagt, dass die Chancen für eine Förderung schlecht stehen. So verzichten viele gleich zu Beginn darauf, überhaupt einen Antrag zu stellen. Eine vertane Chance! Denn die Arbeitsagentur muss begründen, warum sie jemanden ablehnt. Und wer sich gut vorbereitet, hat oft die besseren Argumente.

Schritt eins: Einen belastbaren Businessplan erstellen

Es gibt viele Gründe, warum Existenzgründer einen Businessplan schreiben. Der Antrag zum Existenzgründerzuschuss ist wohl einer der häufigsten.

Die Existenzgründer wollen sich optimal vorbereiten, haben eine Geschäftsidee im Kopf, aber wissen nicht, wie sie es strukturiert zu Papier bringen können. Also suchen sie nach einem Muster, an das sie sich halten können.

Sie wissen: Der Mitarbeiter der Arbeitsagentur wird prüfen, ob Ihr Businessplan alle Kriterien erfüllt. Ohne den Businessplan kommen sie also nicht weiter. Eine gute Vorlage ist für sie der nächste Schritt.

Sie suchen nach einer einfachen und guten Businessplan-Vorlage? Dann hilft Ihnen das „Businessplan Vorlagen System. Die Vorlage besteht aus drei Teilen:

  1. Businessplan-Vorlage (Word): In der Vorlage finden Sie eine Struktur. Die wichtigen Kapitel mit den entscheidenden Fragen, die Sie beantworten müssen. Zusätzlich Satzbausteine, die Ihnen das Formulieren erleichtern.

  2. Finanzplan-Vorlage (Excel): In diesem Dokument finden Sie vorgefertigte Listen, mit denen Sie Ihre Finanzplanung durchführen können. Die Listen sind in Excel angelegt und bereits vor-formatiert.

  3. Businessplan-Ratgeber (PDF): In einem kompakten und verständlichen Ratgeber (22 Seiten) erklären wir für jedes Kapitel kurz, warum es wichtig ist, worauf Sie achten sollten. Außerdem nennen wir unsere Geheimtipps.

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Schritt zwei: Das Gespräch optimal vorbereiten

Viele Existenzgründer gehen naiv ins Gespräch mit der Arbeitsagentur. Nach dem Motto: Dort wird mir bestimmt geholfen! Das Problem: Es gibt mehr Menschen, die den Zuschuss haben wollen als Gelder vorhanden sind. Das heißt: Nur wenige bekommen den Zuschuss. Sie müssen sich also sehr gut vorbereiten! 

Zugespitzt gesagt: "Einfach mal hingehen" und darauf hoffen, "dass es schon klappen wird" - reicht in der Regel nicht aus. Der Schock kommt dann, wenn der Antrag abgelehnt wird. Oder wenn der Vermittler schon vorher so stark dagegen argumentiert, dass man einknickt. 

"Wer vor seinem zuständigen Betreuer in einen Redeschwall gerät, der befindet sich schnell in der Falle. Der Betreuer stellt dann gezielte Fragen und drückt einen so an die Wand." Jadranka Lux, Gründerberaterin

Eine klassische Situation, die anscheinend häufiger erfolgt: Ihr Ansinnen wird mündlich abgelehnt. Der Betreuer sagt also im Gespräch, dass Sie keine Chance auf einen Zuschuss haben. Als Gründer sollten Sie dann einfordern, dass der Antrag schriftlich abgelehnt wird. So haben Sie ein Dokument, mit dem Sie womöglich Einspruch oder eine Klage einlegen können.  

Was können Sie vorab tun? Unser Rat: Setzen Sie sich vorab mit einem professionellen Gründercoach zusammen. Erarbeiten Sie einen professionellen Businessplan und eine Strategie, wie Sie an welcher Gelder kommen. Das kann der Gründungszuschuss sein, aber sonst vielleicht auch ein Gründerkredit. Unterschätzen Sie nicht den Aufwand, der in einer Existenzgründung steckt! 

Ein professioneller Gründercoach kennt die Fallstricke bei Gesprächen mit den Arbeitsagenturen. 

 

 

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Schritt drei: Den Antrag stellen

Die Arbeitsagentur hat ein eigenes Formular für den Gründungszuschuss. Diesen Antrag müssen Sie ausfüllen. Außerdem müssen Sie eine Reihe von weiteren Dokumenten hinzufügen. Dazu gehört eine aussagekräftige Beschreibung Ihrer Existenzgründung - in der Regel in Form eines Businessplans. Eine "fachkundige Stelle" muss die Tragfähigkeit Ihres Businessplans gegenzeichnen. Dies geschieht zum Beispiel durch einen Steuerberater oder einen Gründercoach. 

Grundsätzlich müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um den Zuschuss zu erhalten. Zum Beispiel müssen Sie noch den Anspruch auf Arbeitslosengeld von mindestens 150 Tagen verfügen. Mehr Infos finden Sie auch auf der Seite der Arbeitsagentur.

Das Entscheidende ist aber: Sie müssen sich auch argumentativ auf das Gespräch mit der Agentur vorbereiten! Ein Knackpunkt ist zum Beispiel, dass keine Vermittlungs- oder Integrationsmöglichkeit für Sie besteht. Denn das ist eine Frage der Sichtweise. Theoretisch könnten Sie ja auch jeden Job erledigen. Man muss also gut argumentieren, warum die Selbstständigkeit die beste Lösung ist. Hierbei hilft Ihnen ein professioneller Gründerberater

Häufige Fragen zum Gründerzuschuss

Wer kann den Gründerzuschuss bekommen?

Der Gründerzuschuss vom Arbeitsamt wurde eingeführt, um Arbeitnehmern die Möglichkeit zu geben, durch eine Existenzgründung ihre Arbeitslosigkeit zu beenden. Deshalb muss ein Anspruch auf Arbeitslosengeld vorliegen. Die Arbeitsämter fördern die Existenzgründung ihrer Arbeitslosen durch einen Gründungszuschuss, damit diese aus der Berechnung herausfallen. Andererseits ist es aber auch nicht so, dass die Ämter den Zuschuss verschenken würden! Die Tragfähigkeit des Gründungskonzeptes muss nachgewiesen werden.

Das muss ich mitbringen:

  • Sie müssen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. D.h. sie müssen innerhalb der letzten 2 Jahre mindestens 1 Jahr lang abhängig beschäftigt gewesen sein (also 1 Jahr in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben)
  • Der Anspruch muss mindestens noch 150 Tage lang gelten.
  • Sie müssen nachweisen, dass das, was Sie machen wollen, tragfähig ist, Sie also davon auf Dauer leben können (und nicht direkt wieder arbeitslos werden, siehe oben :-). Dafür müssen Sie auch Kenntnisse auf dem Gebiet Ihrer Gründung nachweisen.

Unser Tipp: Bereiten Sie sich mit einem Gründerberater auf das Gespräch mit der Arbeitsagentur vor! Erarbeiten Sie vorher genau Ihren Businessplan und Ihre Argumente, so wie Sie es auch für ein Bankgespräch machen müssten.

Experten-Interview zum Gründungszuschuss

Allerdings bekommt nicht jeder den Gründungszuschuss! Denn der Zuschuss ist mittlerweile eine sogenannte "Ermessens-Entscheidung" der Arbeitsagentur. Doch was heißt das genau? Und wie bekomme ich den Zuschuss trotzdem? Wir haben dazu einen Gründerberater interviewt:

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Wie lange kriege ich wie viel Geld?

Die Höchsförderdauer beim Existenzgründerzuschuss vom Arbeitsamt beträgt 15 Monate. Dieser Zeitraum ist in 2 Phasen eingeteilt:

  • Hauptförderung: In den ersten 6 Monaten der Existenzgründung erhalten Sie monatlich Ihr Arbeitslosengeld I als Grundförderung. Dazu bekommen Sie 300 Euro Gründerzuschuss obendrauf, um Ihre Sozialausgaben zu decken. Abhängig von Ihrem alten Gehalt (nach dem sich das Alg. I bemisst), ist das eine ganze Menge Geld und reicht in der Regel aus, um Ihre monatlichen Kosten zu decken. Die Bewilligung der Hauptförderung liegt im Ermessen des Sachbearbeiters.

  • Nachförderung: Sie können die Hauptföderung um weitere 9 Monate verlängern, sofern Ihre neue Firma erfolgreich angelaufen ist. Das zu beurteilen, liegt allerdings auch im Ermessen Ihres Sachbearbeiters. Bei der Nachförderung entfällt das Alg. I, Sie erhalten lediglich die 300 Euro pauschal.

Die gesamt Förderung ist steuerfrei!

Wie weise ich nach, dass meine Idee tragfähig ist?

Um für Ihre Existenzgründung Startkapital vom Staat zu erhalten, müssen Sie Ihren möglichen geschäftlichen Erfolg nachweisen. Ob Ihre Geschäftsidee Erfolg haben könnte, muss eine externe, fachkundige Stelle bestätigen. Fachkundige stellen für den Gründerzuschuss sind:

  • Ihre zuständige IHK
  • Ihre Handwerkskammer
  • Banken (z.B. Ihre Hausbank)
  • Private Dienstleister (z.B. zertifizierte Unternehmensberater, aber auch Steuerberater)

Für die Fachkundige Stellungnahme müssen Sie einen kompletten Businessplan erstellen. Also eine Beschreibung Ihres Vorhabens, eine komplette Finanzplanung sowie Ihren Lebenslauf. Ausführliche Informationen zur Fachkundigen Stellungnahme.

Kann ich aus einem bestehenden Job heraus gründen?

Wenn Sie bereits arbeitslos sind und die oben genannten Vorraussetzungen erfüllen, können Sie einen Antrag auf Erteilung des Existenzgründerzuschusses beim Arbeitsamt stellen. Möchten Sie jedoch aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus gründen und für Ihre Existenzgründung Geld vom Staat, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Dafür muss man erstmal das System verstehen, nach dem die Arbeitsämter arbeiten.

  • Das Arbeitsamt hat kein Interesse daran, dass Sie Ihren bestehenden Job kündigen und sich selbstständig machen! Das kostet das Arbeitsamt Geld, und Sie fallen als Beitragszahler der Arbeitslosenversicherung weg. Deshalb ist ein direkter Übergang von Beschäftigung in eine geförderte Selbstständigkeit nicht möglich. Sie müssen mindestens einen Tag arbeitslos sein, um einen Antrag stellen zu können.

  • Wenn Sie Ihren bestehenden Job selber kündigen, bekommen Sie für Ihr Arbeitslosengeld eine Sperrfrist, weil Sie Ihren Beschäftigungsverlust selbst verschuldet haben. Da das Arbeitlosengeld die Grundvorraussetzung für den Existenzgründerzuschuss ist, fällt auch dieser weg! Unproblematisch ist es, wenn Sie gekündigt werden oder Ihr befristetes Arbeitsverhältnis ausläuft.

  • Sie können nicht 3 Monate vor dem Ende Ihrer Beschäftigung zum Arbeitsamt gehen, und den Existenzgründerzuschuss beantragen. Sie werden bis zu Ihrer Arbeitslosigkeit (bzw. Ihrer geplanten Gründung) wie ein Arbeitssuchender behandelt, d.h. das Arbeitsamt versucht, Sie wieder in eine abhängige Beschäftigung zu vermitteln. Sie sind in dieser Zeit verpflichtet, sich um einen neuen Job zu bemühen, auch wenn Sie eigentlich planen, sich selbstständig zu machen. Erst wenn Sie das Arbeitslosengeld bewilligt haben und mindestens einen Tag arbeitslos sind, können sie den Zuschuss beantragen.

Was sind die nächsten Schritte?

Was können Sie jetzt als nächstes tun? Nach der 72-Stunden-Regel müssen Sie mit Ihrem Vorhaben innerhalb der nächsten 3 Tage aktiv werden, um eine 99%-Erfolgswahrscheinlichkeit zu erreichen. Mit jedem der folgenden Schritte erfüllen Sie die 72-Stunden-Regel:

  • Holen Sie sich Hilfe bei einem Gründungsexperten in Ihrer Nähe. Egal ob Zuschüsse, Businessplan oder Stellungnahme, ein Experte kann Ihnen dabei helfen. Wichtig ist es, im Vorfeld des Antrags gut vorbereitet zu sein, um die Erfolgschancen zu erhöhen.
  • Dann machen Sie einen Termin bei Ihrem Arbeitsamt. Schreiben Sie sich alle Ihre Fragen auf, nehmen Sie alle Unterlagen mit, die Sie bekommen können und lernen Sie Ihren Sachbearbeiter kennen.


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