Selbstständig als Franchise-Nehmer

Franchise - ist das was für mich?
contrastwerkstatt - Fotolia.com

Ob Blumengeschäfte, Bäcker, Sonnenstudios, Hotels, Nachhilfeinstitute oder Fastfood-Restaurants - in vielen Branchen setzen sich mehr und mehr sogenannte Franchising-Systeme durch. Und es gibt viele prominente Unternehmen, hinter denen ein Franchising-System steht.

Aber wie genau funktioniert Franchise überhaupt? Franchise, das bedeutet erst einmal: Man ist selbstständig, setzt aber auf ein bereits etabliertes Geschäftskonzept und hat so eine Zentrale als Rückhalt. Einen starken Partner also, der einen in der Selbstständigkeit mit Know-how, günstigen Einkaufskonditionen, Beratung und Marketingmaßnahmen unterstützt. Ganz typisch für die meisten Franchising-Unternehmen ist der gemeinsame Marktauftritt. Der Franchise-Nehmer steht also nicht mit seinem Namen in der Öffentlichkeit, sondern mit dem des Franchise-Gebers.

Aber auch, wenn man als Franchise-Nehmer für ein bekanntes, erfolgsversprechendes Unternehmen tätig werden möchte, sollte man vorher genau hinschauen.

Nehmen Sie sich also Zeit, bevor Sie eine Entscheidung treffen. Überlegen Sie gründlich, wägen Sie ab und fragen Sie lieber einmal zu viel als einmal zu wenig nach Konditionen, Rahmenbedingungen, Pflichten und zu erwartenden Leistungen.

Ein Tipp: Nehmen Sie auch Kontakt zu anderen Franchise-Nehmern des Systems auf, in dem auch Sie arbeiten möchten. Unterhalten Sie sich mit ihnen über die positiven und negativen Seiten. Oftmals bekommen Sie so ein klareres Bild von dem Unternehmen, als wenn Sie nur mit dem Franchise-Geber selbst sprechen.

Inhaltsverzeichnis:

Die verschiedenen Franchise - Formen

Beim Franchising unterscheidet man in der Regel zwischen drei verschiedenen Formen:

  • Vertriebsfranchising

  • Dienstleistungsfranchising

  • Produktions-Franchising

Vom Vertriebsfranchising spricht man, wenn der Franchise-Nehmer bestimmte Produkte in einem Laden mit dem Namen des Franchise-Gebers verkauft.

Beim sogenannten Dienstleistungsfranchising bietet der Franchise-Nehmer Dienstleistungen im Namen des Franchise-Gebers an. Das ist zum Beispiel bei Nachhilfeinstituten oder Hotelketten der Fall.

Die letzte Form ist das Produktions-Franchising. Dieses wird auch als Industrie- oder Herstellerfranchising bezeichnet. Dabei stellt der Franchise-Nehmer unter Vorgabe des Franchise-Gebers Produkte her. Diese werden dann ebenfalls unter dem Namen des Franchise-Gebers verkauft. Das Produktions-Franchising findet man oft in der Getränkeindustrie.

Sind Sie ein Franchise-Typ?

Franchise - Typ
Sind Sie ein Franchise - Typ?
contrastwerkstatt - Fotolia.com

Bevor Sie sich für eine Selbstständigkeit als Franchise-Nehmer entscheiden, sollten Sie sich fragen, ob Sie eine Franchise-Persönlichkeit und -Einstellung besitzen. Das klingt zwar erst einmal merkwürdig, aber die Antwort spielt oft eine ganz entscheidende Rolle, wenn Ihr Schritt in diese Form der Selbstständigkeit erfolgreich sein soll. Denn lange nicht jeder Mensch fühlt sich als Franchise-Nehmer wohl. Und viele Franchise-Nehmer unterschätzen den Aufwand, der hinter der Selbstständigkeit in Franchising-Systemen steckt. Denn wie heißt es so schön? Selbstständig bedeutet selbst und ständig. Und das gilt auch für Sie als Franchise-Nehmer.

Ganz besonders in der ersten Zeit werden Sie mit einer 40-Stunden-Woche wahrscheinlich nicht auskommen. Und auch danach wird die freie Zeit für Sie wahrscheinlich ziemlich dünn ausfallen. Denn auch abends, wenn Ihr Geschäft längst geschlossen hat, werden Sie sich noch um vieles kümmern müsse, für das tagsüber, wenn Kunden da sind, keine Zeit ist. Zum Beispiel um die Buchhaltung. Außerdem werden Sie am Abend Warenbestandsaufnahmen machen und Rechnungen bezahlen müssen. Seien Sie sich also darüber im Klaren, dass Sie viel Zeit und Energie aufwenden müssen, damit ihr Unternehmen gelingt.

Fragen Sie sich darum selbst, ob:

  • Sie voll und ganz hinter dem Konzept des möglichen Franchise-Gebers stehen

  • Sie sich in der von Ihnen gewählten Branche gut auskennen

  • es für Sie in Ordnung ist, wenn Sie Ihre eigenen Interessen nach hinten stellen und in erster Linie die Ziele und Ideen des Franchise-Gebers umsetzen

  • es für Sie in Ordnung ist, wenn nicht Ihr Name sondern der des Franchise-Gebers im Vordergrund steht

  • Sie ein Teamplayer sind, der mit den anderen am Franchise-System beteiligten Menschen zusammenarbeiten kann

  • Sie Mitarbeiter führen und motivieren können

  • Sie den lokalen Markt kennen und wissen, wie Sie sich und Ihr Unternehmen gut verkaufen können

  • Sie finanzielle Rücklagen haben, damit Sie mögliche Engpässe auffangen können

  • Ihre Familie Sie bei dem Vorhaben unterstützt und Ihnen besonders in der ersten Zeit der Selbstständigkeit den Rücken freihält

Wenn Sie hinter diese Punkte ein Kreuz machen können, kann das schon einmal der erste wichtige Schritt zu einer erfolgreichen Zukunft als Franchise-Nehmer sein.

Lesen Sie dazu auch unser Interview mit zwei Franchise-Nehmern!

 

 

Chancen und Risiken des Franchisings

Wenn Sie sich für eine Selbstständigkeit als Franchise-Nehmer entscheiden, bietet Ihnen das häufig viele Chancen. Anders als bei der Neugründung eines Unternehmens können Sie dann oftmals auf ein bereits bewährtes Konzept zurückgreifen. Sie haben mit dem Franchise-Geber oftmals einen starken Partner, der Ihnen den Rücken stärkt und werden von ihm in vielen Fragen unterstützt. Häufig ist das Unternehmen, für das Sie als Franchise-Nehmer tätig werden schon vielen potenziellen Kunden bekannt. Sie müssen also in vielen Fällen nicht bei null anfangen. Auch das benötigte Eigenkapital ist beim Franchising längst nicht hoch. Darüber hinaus erhalten Sie als Franchise-Nehmer oftmals günstigere Einkaufsbedingungen.

Aber das Franchising kann auch Nachteile haben. Sie sind als Franchise-Nehmer finanziell und auch rechtlich selbstständig. Sie tragen also alle Risiken, die jeder Unternehmer trägt. Verlassen Sie sich darum nicht nur auf die Zahlen und Hochrechnungen, die Ihnen der Franchise-Geber präsentiert. Hinterfragen Sie, ob das geplante Geschäft an dem vorgesehenen Standort tatsächlich rentable Umsätze erzielen kann. Schauen Sie sich um, ob Sie in der Nachbarschaft des geplanten Geschäftes Konkurrenten haben. Denn Sie alleine stehen wirtschaftlich für Ihr Unternehmen gerade. Dazu kommt, dass Sie sich als Franchise-Nehmer oft viele Jahre lang vertraglich an den Franchise-Geber binden. Und Ihre Ausgaben laufen auch dann weiter, wenn Ihr Geschäft nicht so gut läuft. Das heißt zum Beispiel, dass die monatlichen Gebühren, die ein Franchise-Nehmer an den Franchise-Geber bezahlt, auch dann bezahlt werden müssen, wenn es seinem Unternehmen finanziell einmal nicht so gut geht.

Klar machen müssen Sie sich auch, dass Sie als Franchise-Nehmer nicht so unabhängig wie andere Selbstständige sind. In Ihrem beruflichen Alltag müssen Sie die Gangart des Franchise-Gebers mittragen. Größere Entscheidungen dürfen Sie in der Regel nur mit seinem Einverständnis treffen.

Ein klarer Nachteil gegenüber einer Selbstständigkeit ohne Franchise-System im Rücken: Während ein Einzelunternehmer im Notfall sein Unternehmenskonzept ändern kann, um zum Beispiel dafür zu sorgen, dass er wettbewerbsfähig bleibt, ist das bei Franchise-Nehmern oft nicht ohne Weiteres möglich. Denn im Gegensatz zum Einzelunternehmer, der beispielsweise seine Angebotspallette erweitern- oder seinen Standort wechseln kann, muss der Franchise-Nehmer Entscheidungen wie diese mit dem Franchise-Geber genau abstimmen.

Schauen Sie immer auch genau in den Vertrag. Denn auch in diesem Vertrag gibt es oft Fallstricke für den Franchise-Nehmer. Sie betreffen in vielen Fällen versteckte Kosten für Franchise-Nehmer, Haftungsregelungen, die für den Franchise-Nehmer von Nachteil sind und vieles mehr.

Stutzig sollten Sie auch werden, wenn ein Franchise-Unternehmen damit wirbt, dass es komplett kostenlos ist. Denn dann werden entsprechende Schulungen durch das Unternehmen ebenso wie eine gute Beratung und Begleitung kaum möglich sein.

Tipp: Es macht Sinn, sich den Rat eines Unternehmensberaters oder Gründercoachs einzuholen. Die Berater haben häufig jahrelange Erfahrung mit verschiedenen Gründermodellen, wie eine Einzelgründung, Franchising oder auch eine Unternehmensnachfolge. Dies wird im Rahmen einer Existenzgründungsberatung besprochen.

 

 

Woran erkenne ich einen guten Franchise - Geber?

Auch unter den Franchising-Systemen gibt es schwarze Schafe. Umso wichtiger ist es, dass Sie genau schauen, ob Ihr Franchise-Geber und seine Geschäftsidee seriös sind.

  • Ihr Franchise-Geber interessiert sich für Ihre Qualifikationen und Vorerfahrungen.

  • Ihr Franchise-Geber stellt Ihnen Kontakt zu anderen Franchise-Nehmern her, damit Sie sich mit diesen austauschen können.

  • Ihr Franchise-Geber beantwortet Ihnen auch Fragen zu möglichen Risiken und kann Ihnen ein klar strukturiertes und verständliches Konzept vorlegen.

  • Ihr Franchise-Geber stellt Ihnen einen Berater an die Seite, der regelmäßig für persönliche Gespräche und bei Fragen zur Verfügung steht. Regelmäßig analysiert er außerdem mit Ihnen den Umsatz Ihres Geschäftes.

Ganz wichtig: Fällen Sie Ihre Entscheidungen hinsichtlich einer Selbstständigkeit als Franchise-Nehmer nicht ad hoc. Überlegen Sie gut, wägen Sie ab und nehmen Sie sich Zeit.

Schätzen Sie den Erfolg des Unternehmens

Aufschluss darüber, ob das Konzept des Franchise-Gebers erfolgreich ist, kann Ihnen das Franchise- oder Betriebshandbuch Ihres Franchise-Gebers geben. In diesem sind nicht nur die Rechte und Pflichten für Sie als Franchise-Nehmer zu finden. Diese sogenannte Know-how-Dokumentation gibt Ihnen auch Aufschluss über den zu erwartende Gewinn, eine Analyse der Marktsituation und mögliche Konkurrenten.

Wenn Ihr Franchise-Geber ein solches Handbuch nicht vorlegen kann, bitten Sie ihn dennoch um die Herausgabe der für Sie wichtigen Daten (Marktsituation, Wettbewerb, voraussichtlicher Gewinn).

Aber verlassen Sie sich - wenn es um die Rentabilität eines Franchise-Unternehmens geht - nicht nur auf die Aussagen des Franchise-Gebers.

Hinterfragen Sie selbst, wie erfolgreich Ihr potenzielles Unternehmen sein kann.

Überlegen Sie:

  • Ob es sich bei den von Ihnen angebotenen Produkte oder Dienstleistungen um solche handelt, die häufig nachgefragt sind.

  • Was die von Ihnen angebotenen Produkte und Leistungen von denen der Konkurrenz abhebt. Denn das ist wichtig, damit Sie sich gegen Ihre Mitwettbewerber durchsetzen.

  • Ob Ihre Produkte und Dienstleistungen auch zukünftig noch von Interesse für Ihre Kunden sind oder ob sie nur ein kurzfristiges Marktpotenzial haben. Denn nur dann kann Ihr Unternehmen dauerhaft erfolgreich sein.

  • Ob sich das Konzept Ihres Franchise-Gebers bereits bewährt hat und ob es erprobt ist. Denn so lässt sich eine bessere Einschätzung darüber treffen, ob es auch an Ihrem Standort erfolgreich sein kann. Wer eine Existenzgründung in Berlin plant steht vor anderen Herausforderungen als bei einer Existenzgründung in Mainz, in Münster oder Karlsruhe. Jede Stadt, jede Region hat ihre eigene Kaufkraft, ihre eigene Konkurrenzsituation. Auch die regionalen Banken sind bei ihrer Kreditvergabe ganz unterschiedlich aufgestellt. 

Die Franchise - Gebühr

Wenn Sie sich als Franchise-Nehmer selbstständig machen, hat das häufig viele Vorteile. Sie dürfen eine Marke nutzen, die vielen Menschen oft schon bekannt ist. Und sie müssen sich selbst nicht so viele Gedanke um das Konzept machen. Denn in der Regel steht dieses bei Franchise-Unternehmen fest. Kurzum: Sie müssen das Rad nicht neu erfinden und Sie bekommen in vielerlei Hinsicht Unterstützung durch den Franchise-Geber. Natürlich ist das nicht umsonst. Als Franchise-Nehmer bezahlen Sie dem Franchise-Geber dafür eine Gebühr. Unterschieden wird dabei oft zwischen zwei verschiedenen Gebühren, den Einstiegsgebühren und den laufenden Gebühren.

Die Einstiegsgebühren werden oft auch als Einmalgebühren, Startgebühren, „initial fee" oder Eintrittsgebühren bezeichnet. Sie fallen oftmals sehr unterschiedlich aus. Für diese Einmalgebühren bekommt der Franchise-Nehmer das sogenannte Franchise-Paket. Dieses enthält zum Beispiel Werbe- und Marketingmittel, die den Franchise-Nehmer dabei unterstützen, sein Geschäft bekannt zu machen. Aber in dem Paket sind auch das Warenprogramm und Regelungen etwa zu Bestellungssystemen und Betriebsabläufen zu finden.

Die Höhe dieser Einstiegsgebühren ist ganz unterschiedlich und variiert je nach Bekanntheitsgrad des jeweiligen Franchise-Unternehmens. Sie kann von 5.000 Euro bis hin zu mehreren 10.000 Euro reichen. Zu der Franchise-Gebühr kommen oft auch Kosten für die Innenausstattung etwa von Geschäften und Restaurants, Kosten für die Personalwerbung, Ausbildungskosten und andere Investitionen.

Doch nicht jeder Franchise-Geber verlangt diese Einstiegsgebühren. Es lohnt sich also, nachzufragen.

Über die Startgebühren hinaus werden in der Regel auch laufende Gebühren fällig, die der Franchise-Nehmer in der Regel monatlich an den Franchise-Geber bezahlt. Im Gegenzug gibt es für den Franchise-Nehmer zum Beispiel Schulungen und Beratungsangebote.

Einige Franchise-Nehmer müssen ihren Franchise-Gebern zusätzlich auch eine Werbegebühr bezahlen. Sie hängt meist prozentual vom Umsatz, den der Franchise-Nehmer mit seinem Geschäft macht, ab. Welche Art der Werbung mit dieser finanziert wird, sollte im Vertrag geregelt sein.

Vergessen Sie nicht, dass natürlich auch noch andere Kosten, wie zum Beispiel die Pacht für ein Ladenlokal und die Kosten für das Personal auf Sie zukommen können.

Wie finanziere ich das Franchise?

Wenden Sie sich, wenn Sie Fragen zur Finanzierung haben, zunächst an Ihre Bank. Lassen Sie sich dort zunächst unverbindlich wegen eines möglichen Kredites beraten. Sinnvoll ist es, wenn Sie die Konditionen verschiedener Banken vergleichen.

Beachten Sie, dass einige Banken ein wenig länger brauchen, um einen Kredit zu gewähren oder kritisch gegenüber Selbstständigen eingestellt sind. Es macht Sinn, das Thema Finanzierung mit einem Unternehmensberater zu besprechen. Auch ein professioneller Businessplan ist dafür in der Regel nötig. 

Eigenkapital

Wie in fast jeder Selbstständigkeit müssen Sie auch als Franchise-Nehmer oftmals ein Eigenkapital mitbringen. Dieses wird zum Beispiel benötigt, um notwendige Kredite bei der Bank zu bekommen. Die Höhe des nötigen Eigenkapitals variiert aber stark von Unternehmen zu Unternehmen. Während einige Franchise-Geber gar kein Eigenkapital von ihren Nehmern verlangen, setzen andere ein geringes Eigenkapital von einigen tausend Euro voraus. Andere verlangen den Nachweis über ein deutlich höheres Eigenkapital. Gerade dann, wenn es sich um sehr bekannte Franchise-Unternehmen handelt. Schauen Sie daher immer genau hin, ob, und in welcher Höhe Eigenkapital vorausgesetzt wird.

Fördermittel

 Für Unternehmer, die den Schritt in die Selbstständigkeit gehen, gibt es unterschiedliche Fördermittel. Zum Beispiel in Form von günstigeren Krediten, Förderdarlehen, Zuschüssen oder Bürgschaften. Das Angebot ist vielfältig und nicht jede Förderung ist gleichermaßen geeignet. Nehmen Sie sich daher Zeit, um sich einen Überblick über das Angebot zu verschaffen.

Ein Ansprechpartner, wenn es um das Thema Fördergelder geht, ist zum Beispiel die KfW-Bank. Auch hier kennen sich Gründerberater gut aus. Es lohnt sich, über eine Existenzgründungsberatung nachzudenken.

Auch Ihre Hausbank ist in der Regel der richtige Ansprechpartner, wenn es um die Beantragung von öffentlichen Fördermitteln geht.

Der Franchise - Vertrag

Franchise Vertrag lesen
Studieren Sie den Vertrag genau!
contrastwerkstatt - Fotolia.com

Wenn Sie also als Franchise-Nehmer tätig werden möchten, schließen Sie mit dem Franchise-Geber erst einmal einen Vertrag. Dieser ist jeweils ganz individuell auf das jeweilige Franchise-System zugeschnitten.

Einen Mustervertrag, der für alle Franchising-Systeme gilt, gibt es also nicht. Wichtig ist aber, dass die Grundlagen des jeweiligen Franchising-Systems klar formuliert sind. Auch die Unternehmensphilosophie sollte im Vertrag erklärt werden. Außerdem muss deutlich werden, was der Franchise-Geber für Sie leistet. Übernimmt er zum Beispiel die Werbung für Sie? Oder stellt er Ihnen die nötigen Geschäftsräume zur Verfügung? Sind Sie der Pächter der Räume, in denen Ihr Unternehmen sitzt, oder ist es der Franchise-Geber? In welchem Gebiet dürfen Sie tätig sein?

Außerdem sollten Ihre Pflichten und Zahlungsverpflichtungen Gegenstand des Vertrages sein.

Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer Fragen, die der Vertrag beantworten sollte: Gibt es Verträge mit speziellen Lieferanten, bei denen eingekauft werden muss? Dürfen Sie eigene Personalentscheidungen treffen? Wie sieht es mit der Preisbindung aus? Ist eine Vertragsdauer festgelegt? Wie hoch sind die Gebühren, die Sie an den Franchise-Geber gezahlt werden müssen?

Schauen Sie sich auch an, ob es Klauseln bezüglich eines nachvertraglichen Wettbewerbsverbotes gibt. Denn das heißt im Klartext oft, dass Sie Ihrem Franchise-Geber keine Konkurrenz machen dürfen. Weil es sich hier um ein begrenztes Berufsverbot handelt, sollten Franchise-Nehmer im Vertrag besonders gut darauf achten, welche zeitlichen und räumlichen Beschränkungen genannt werden und ob der Franchise-Nehmer eine sogenannte Karenzentschädigung für diese Zeit erhält.

Leistungen des Franchise-Gebers

Achten Sie immer genau darauf, welche Leistungen vom Franchise-Geber zu erwarten sind. Denn auch diese bestimmen oft maßgeblich den Erfolg des Franchise-Nehmers. In der Regel ist bereits im Vertrag geregelt, dass der Franchise-Geber für die Ausbildung des Franchise-Nehmers zuständig ist. Außerdem unterstützt er ihn in seiner Arbeit.

Dazu gehört zum Beispiel, dass

  • der Franchise-Geber dem Franchise-Nehmer Know-how überträgt

  • dass er Handbücher und Informationen, etwa zu Betriebsabläufen zur Verfügung stellt

  • der Franchise-Geber einen Gebietsschutz gewährleistet. Das heißt, er sorgt dafür, dass kein anderes Unternehmen seines Franchise-Systems in der Nähe des Franchise-Nehmers eröffnet und ihm so Konkurrenz macht.

Text: Daniela Lukaßen.

Lesen Sie außerdem: