Interview mit zwei Franchise-Nehmerinnen: „Man muss belastbar sein“

Franchise-Partnerinnen Corinna Bäsch und Nicole Czernohorsky.

Corinna Bäsch und Nicole Czernohorsky sind Franchise-Nehmerinnen von Mauel 1883, einem Bäckereiunternehmen aus Nordrhein-Westfalen. Die beiden jungen Frauen betreiben jeweils gemeinsam mit ihren Geschäftspartnern Bäckereien als selbstständige Unternehmerinnen in Köln. Geliefert werden ihnen die Teigrohlinge direkt aus der Backstube ihres Franchise-Gebers. Mit den beiden Unternehmerinnen haben wir über die Selbstständigkeit als Franchise-Nehmer gesprochen.

 

Sie sind beide Franchise-Nehmerinnen in einer Bäckerei. Warum haben Sie sich gerade für diese Branche entschieden?

Corinna Bäsch: Ich bin gelernte Hauswirtschafterin und habe insgesamt schon 21 Jahre lang in der Gastronomie in ganz unterschiedlichen Bereichen gearbeitet. Bevor wir uns als Franchise-Nehmer selbstständig gemacht haben, sind wir, mein Partner und ich, erst einmal in die Schweiz ausgewandert, um ein bisschen Auslandserfahrung zu sammeln. In der Schweiz hatte ich beruflich zwar immer wieder mit Backwaren zu tun, aber ich habe nicht direkt in einer Bäckerei gearbeitet. Vielmehr war ich in einem großen Bistro beschäftigt. Dort war ich als stellvertretende Geschäftsführerin tätig. Insgesamt haben wir uns in der Schweiz aber leider nicht so wohl gefühlt. Und aus diesem Grund haben wir dazu entschlossen wieder zurück nach Deutschland zu gehen. Dann ging es natürlich darum, zu überlegen, was wir beruflich weiter machen. Wir haben erst mit dem Gedanken gespielt, ein Hotel Garni zu eröffnen. Dann sind wir aber auf das Franchise-Modell gestoßen. Und durch einen Freund sind wir letztendlich bei der Bäckerei Mauel gelandet.

Nicole Czernohorsky: Meine Lehre habe ich in der Bäckerei gemacht. Danach war ich vier Jahre lang bei der Bundeswehr, bevor ich mich dann selbstständig gemacht habe. Mein Geschäftspartner hat schon vorher in einer Filiale unseres Franchise-Gebers gearbeitet und darum haben wir uns für diesen Bereich entschieden.

 

Warum haben Sie sich gerade für eine Selbstständigkeit als Franchise-Nehmer entschieden?

Corinna Bäsch: Man hat ein geringeres Risiko, als wenn man sich alleine selbstständig macht. Denn es ist ja schon eine Unternehmensgeschichte vorhanden. Ganz bewusst haben wir uns darum auch für einen Qualitätsbäcker entschieden. Denn man muss ja hinter dem stehen können, was man verkauft. Da wir keine gelernten Bäcker sind, ist uns auch die Unterstützung durch unseren Franchise-Geber wichtig. Denn ansonsten hätten wir uns für ein ganz anderes Geschäft entscheiden müssen.

Nicole Czernohorsky: Bei mir ist es so, dass ich mich eigentlich schon immer selbstständig machen wollte. Auch mit einem Café. Mein Geschäftspartner und ich haben uns dann genauer mit dem Thema auseinandergesetzt. Und mit unserem Franchise-Geber hat es von Anfang an auch gut gepasst.

 

Denken Sie also, dass es wichtig ist, ein gutes Verhältnis zum Franchise-Geber zu haben?

Nicole Czernohorsky: Auf jeden Fall. Für mich ist das ganz wichtig, dass man auch Probleme ansprechen kann und so Unterstützung bekommt. Wir Franchise-Nehmer und unser Franchise-Geber treffen uns zum Beispiel einmal monatlich zu einer Besprechung. Dort können wir uns austauschen.

Corinna Bäsch: Zum einen das und zum anderen werden uns da die neuesten Produkte vorgestellt, die wir demnächst im Angebot haben werden.

 

Wie muss man denn aus Ihrer Sicht gestrickt sein, um als Franchise-Nehmer erfolgreich sein zu können?

Corinna Bäsch: Man muss auf jeden Fall belastbar sein. Und wenn man anständig führen möchte, muss man auch viel Zeit einplanen und gerade am Anfang auch mal zehn bis zwölf Stunden im Geschäft sein. Außerdem muss man zu möglichen Wochenendarbeiten bereit sein. Also wir sind morgens um halb sechs hier und gehen nie vor halb vier nach Hause.

 

Frau Czernohorsky, gibt es etwas, wo Sie sagen: Ohne das geht es nicht als Franchise-Nehmer eines Bäckerei-Unternehmens?

Nicole Czernohorsky: Ja. Definitiv die Freundlichkeit. So kann man schon viel gewinnen. Aber wie auch Corinna Bäsch schon gesagt hat, muss man sich darauf einstellen, dass man sehr viel arbeitet und ganz wenig Freizeit hat. Darum darf die Selbstständigkeit als Franchise-Nehmer auch keine Ad hoc-Entscheidung sein. Man muss sich das schon genau überlegen und soll zu 100 Prozent hinter dieser Entscheidung stehen.

 

Was würden Sie denn jungen Menschen raten, die eine Selbstständigkeit als Franchise-Nehmer anstreben?

Corinna Bäsch: Dass sie sich vor der Selbstständigkeit genau überlegen, ob sie als Franchise-Nehmer erfolgreich sein können.

Nicole Czernohorsky: Ja. Und dass sie sich genau vor Augen halten, dass man sehr viel Arbeit in die Tätigkeit investieren muss. Das sollte man keinesfalls unterschätzen. Ansonsten wird das Unternehmen nicht gelingen.

 

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