Mit Franchise selbstständig machen

Ob Blumengeschäfte, Bäcker, Sonnenstudios, Hotels, Nachhilfeinstitute oder Fastfood-Restaurants - in vielen Branchen setzen sich mehr und mehr sogenannte Franchising-Systeme durch. Und es gibt viele prominente Unternehmen, hinter denen ein Franchisesystem steht.

Aber wie genau funktioniert Franchise überhaupt? Franchise, das bedeutet erst einmal: Man ist selbstständig, setzt aber auf ein bereits etabliertes Geschäftskonzept und hat so eine Zentrale als Rückhalt. Einen starken Partner also, der einen in der Selbstständigkeit mit Know-how, günstigen Einkaufskonditionen, Beratung und Marketingmaßnahmen unterstützt. Ganz typisch für die meisten Franchise Unternehmen ist der gemeinsame Marktauftritt. Der Franchisenehmer steht also nicht mit seinem Namen in der Öffentlichkeit, sondern mit dem des Franchisegebers.

Es gibt grob gesagt drei Formen des Franchising:

Franchise macht Spaß
Franchise - bewährte Systeme

Vom Vertriebsfranchising spricht man, wenn der Franchise-Nehmer bestimmte Produkte in einem Laden mit dem Namen des Franchise-Gebers verkauft.

Beim sogenannten Dienstleistungsfranchising bietet der Nehmer Dienstleistungen im Namen des Gebers an. Das ist zum Beispiel bei Nachhilfeinstituten oder Hotelketten der Fall.

Die letzte Form ist das Produktions-Franchising. Dieses wird auch als Industrie- oder Herstellerfranchising bezeichnet. Dabei stellt der Franchisenehmer unter Vorgabe des Franchisegebers Produkte her. Diese werden dann ebenfalls unter dem Namen des Franchise-Gebers verkauft. Das Produktionsfranchise findet man oft in der Getränkeindustrie.

Tipp: Es macht Sinn, sich den Rat eines Gründercoachs einzuholen. Die Berater haben häufig jahrelange Erfahrung mit verschiedenen Gründermodellen, wie Einzelgründung und Franchising. Sie können Ihnen helfen, den richtigen Partner zu finden und das Franchise zu finanzieren.

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Franchise: Checkliste für die Entscheidung

Viele Gründer fragen sich, ob ein Modell für sie die richtige Wahl ist. Die Checkliste hilft Ihnen dabei, eine Entscheidung zu treffen. 

 

Sind Sie eine Franchise-Persönlichkeit?

  • Können Sie zum Beispiel damit umgehen, dass nicht Ihr Name, sondern der des Systems im Mittelpunkt steht?
  • Können Sie voll und ganz hinter Ihrem Franchise-Geber und seinem Konzept stehen?
  • Haben Sie das entsprechende Know-how und die richtige Erfahrung, um in Ihrer Branche erfolgreich arbeiten zu können?
  • Sind Sie dazu bereit, viel zu arbeiten und wenig Freizeit zu haben?
  • Sind Sie eine Führungspersönlichkeit? Können Sie Mitarbeiter motivieren und anleiten?

 

Wie steht es um Ihre Finanzen?

  • Bringen Sie genug Eigenkapital mit?
  • Haben Sie einen finanziellen Puffer, um schlechtere Monate überbrücken zu können?
  • Welche Fördermittel sind für Sie eventuell interessant? Sprechen Sie dazu am besten Ihre Hausbank an. Dort kann man Sie zu öffentlichen Fördermitteln und den damit verbundenen Voraussetzungen beraten.
  • Wie viel Geld benötigen Sie, um Ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können? Passen Ihre voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben zusammen?
  • Benötigen Sie einen Gründerkredit, etwa über die KfW Bank?

 

Welche Kosten kommen auf Sie zu?

  • Schauen Sie genau hin, welche Gebühren auf Sie zukommen. (Einstiegsgebühren, laufende Kosten, Extrakosten, Tools). Achten Sie darauf, welche Leistungen Sie dafür erhalten und überlegen Sie, ob die Gebühren dafür angemessen sind.
  • Berücksichtigen Sie auch weitere Kosten, wie die monatliche Miete für Ihr Ladenlokal, die Mitarbeiterkosten, die Einrichtungskosten, mögliche Werbekosten etc.
  • Überlegen Sie, ob Sie diese Kosten auch in schlechteren Monaten stemmen können.
  • Halten Sie dies in Ihrer Finanzplanung fest.

 

Wie erfolgreich kann Ihr Unternehmen sein?

  • Lassen Sie sich von Ihrem Franchisegeber sein Betriebshandbuch oder Franchisehandbuch vorlegen. Denn das ist nicht nur wichtig, damit Sie wissen, welche Rechte und Pflichten Sie als Franchise-Nehmer haben. Es gibt Ihnen auch Informationen zu den betriebswirtschaftlichen Ergebnissen Ihres Franchise-Gebers. Ist ein solches Handbuch nicht vorhanden, sollten Sie sich von Ihrem Partner dennoch die nötigen Unterlagen zur Markt- und Wettbewerbssituation sowie zum zu erwartenden Gewinn geben lassen. Das Zahlenmaterial liefert Ihnen wichtige Informationen zur möglichen Geschäftsentwicklung.
  • Wägen Sie immer auch selbst ab, wie erfolgreich Ihr Unternehmen sein kann. Denn die Zahlen Ihres Franchisegebers können geschönt sein.
  • Fragen Sie sich selbst, was Ihre Produkte oder Dienstleistungen von denen Ihrer Konkurrenten unterscheidet. Überlegen Sie, warum die Kunden gerade zu Ihnen kommen sollten.
  • Überlegen Sie, wer Ihre Zielgruppe ist und ob Sie diese tatsächlich erreichen können.
  • Schauen Sie sich den zukünftigen Standort genau an: Gibt es viele Konkurrenten? Liegt das Ladenlokal so, dass viele Menschen schnell und einfach zu Ihnen gelangen können?
  • Ist es realistisch, einen guten Gewinn zu erwirtschaften, auch wenn Sie preislich an die Vorgaben des Gebers gebunden sind?
  • Machen Sie sich eine Liste mit allen Fragen, die Sie dem Franchise-Geber stellen möchten. Denn im Eifer des Gefechts werden auch schon einmal einige wichtige Punkte vergessen.

 

Ist das Franchise-System erprobt?

  • Wie lange ist das Franchisesystem schon am Markt? Lassen Sie sich Zahlen zur Geschäftsentwicklung geben.
  • Erkundigen Sie sich, wie viele andere Franchise-Nehmer es gibt.
  • Lassen Sie sich das Zahlenmaterial des Pilotbetriebes zeigen.
  • Sprechen Sie mit anderen Franchisenehmern. Tauschen Sie sich mit diesen über das Konzept, Chancen und Risiken aus.

 

Ist der Vertrag verständlich und fair?

  • Zunächst einmal: Nehmen Sie sich Zeit, um den Vertrag ausgiebig zu lesen und eventuell von einem Rechtsanwalt prüfen zu lassen. Denn wenn Sie die Vertragsunterzeichnung überstürzen, besteht die Gefahr, dass Sie wichtige Klauseln überlesen. Ein seriöses Franchise-System wird Ihnen die Möglichkeit geben, den Vertrag in aller Ruhe zu lesen und erst nach einer Bedenkzeit zu unterschreiben.
  • Enthält der Vertrag alle Punkte, die Sie schon mit dem Franchise-Geber besprochen haben?
  • Schauen Sie genau hin, ob der Vertrag Klauseln enthält, die zu Ihren Lasten gehen könnten:
  • Sind Sie etwa zu einer Leistung verpflichtet, aber die Gegenleistung des Franchisegebers ist nicht vertraglich geregelt?
  • Wird ein nachträgliches Wettbewerbsverbot für Sie festgelegt?
  • Sind die Themen Gebiets- und Wettbewerbsschutz geregelt?
  • Achten Sie auf die festgelegte Vertragsdauer. Wägen Sie genau ab, ob Sie das Unternehmen auch über den vertraglich festgelegten Zeitraum weiterführen können, wenn es einmal nicht so gut läuft.

 

 


Sind Sie ein Franchise-Typ?

Bevor Sie sich für eine Selbstständigkeit als Franchiser entscheiden, sollten Sie sich fragen, ob Sie eine Franchise-Persönlichkeit und -Einstellung besitzen. Das klingt zwar erst einmal merkwürdig, aber die Antwort spielt oft eine ganz entscheidende Rolle, wenn Ihr Schritt in diese Form der Selbstständigkeit erfolgreich sein soll. Denn lange nicht jeder Mensch fühlt sich als Franchise-Nehmer wohl. Und viele Franchisenehmer unterschätzen den Aufwand, der hinter der Selbstständigkeit in Franchising-Systemen steckt. Denn wie heißt es so schön? Selbstständig bedeutet selbst und ständig. Und das gilt auch für Sie als Franchise-Nehmer.

Ganz besonders in der ersten Zeit werden Sie mit einer 40-Stunden-Woche wahrscheinlich nicht auskommen. Und auch danach wird die freie Zeit für Sie wahrscheinlich ziemlich dünn ausfallen. Denn auch abends, wenn Ihr Geschäft längst geschlossen hat, werden Sie sich noch um vieles kümmern müsse, für das tagsüber, wenn Kunden da sind, keine Zeit ist. Zum Beispiel um die Buchhaltung. Außerdem werden Sie am Abend Warenbestandsaufnahmen machen und Rechnungen bezahlen müssen. Seien Sie sich also darüber im Klaren, dass Sie viel Zeit und Energie aufwenden müssen, damit ihr Unternehmen gelingt.

Fragen Sie sich darum selbst, ob:

  • Sie voll und ganz hinter dem Konzept des möglichen Franchisesystems stehen
  • Sie sich in der von Ihnen gewählten Branche gut auskennen
  • es für Sie in Ordnung ist, wenn Sie Ihre eigenen Interessen nach hinten stellen und in erster Linie die Ziele und Ideen des Gebers umsetzen
  • es für Sie in Ordnung ist, wenn nicht Ihr Name sondern der des Franchisesytems im Vordergrund steht
  • Sie ein Teamplayer sind, der mit den anderen am Franchise-System beteiligten Menschen zusammenarbeiten kann
  • Sie Mitarbeiter führen und motivieren können
  • Sie den lokalen Markt kennen und wissen, wie Sie sich und Ihr Unternehmen gut verkaufen können
  • Sie finanzielle Rücklagen haben, damit Sie mögliche Engpässe auffangen können
  • Ihre Familie Sie bei dem Vorhaben unterstützt und Ihnen besonders in der ersten Zeit der Selbstständigkeit den Rücken freihält

Wenn Sie hinter diese Punkte ein Kreuz machen können, kann das schon einmal der erste wichtige Schritt zu einer erfolgreichen Zukunft als Franchisenehmer sein.

Aber auch, wenn man als Gründer für ein bekanntes, erfolgsversprechendes Unternehmen tätig werden möchte, sollte man vorher genau hinschauen. Nehmen Sie sich also Zeit, bevor Sie eine Entscheidung treffen. Überlegen Sie gründlich, wägen Sie ab und fragen Sie lieber einmal zu viel als einmal zu wenig nach Konditionen, Rahmenbedingungen, Pflichten und zu erwartenden Leistungen.

Ein Tipp: Nehmen Sie auch Kontakt zu anderen Partnern des Systems auf, in dem auch Sie arbeiten möchten. Unterhalten Sie sich mit ihnen über die positiven und negativen Seiten. Oftmals bekommen Sie so ein klareres Bild von dem Unternehmen, als wenn Sie nur mit dem Geber selbst sprechen.

Interview mit zwei Franchise-Nehmerinnen: „Man muss belastbar sein“

Corinna Bäsch und Nicole Czernohorsky sind Franchise-Nehmerinnen von Mauel 1883, einem Bäckereiunternehmen aus Nordrhein-Westfalen. Die beiden jungen Frauen betreiben jeweils gemeinsam mit ihren Geschäftspartnern Bäckereien als selbstständige Unternehmerinnen in Köln. Geliefert werden ihnen die Teigrohlinge direkt aus der Backstube ihres Franchise-Gebers. Mit den beiden Unternehmerinnen haben wir über die Selbstständigkeit im Franchising gesprochen.

 

Sie sind beide Franchise-Nehmerinnen in einer Bäckerei. Warum haben Sie sich gerade für diese Branche entschieden?

Corinna Bäsch: Ich bin gelernte Hauswirtschafterin und habe insgesamt schon 21 Jahre lang in der Gastronomie in ganz unterschiedlichen Bereichen gearbeitet. Bevor wir uns als Franchise-Nehmer selbstständig gemacht haben, sind wir, mein Partner und ich, erst einmal in die Schweiz ausgewandert, um ein bisschen Auslandserfahrung zu sammeln. In der Schweiz hatte ich beruflich zwar immer wieder mit Backwaren zu tun, aber ich habe nicht direkt in einer Bäckerei gearbeitet. Vielmehr war ich in einem großen Bistro beschäftigt. Dort war ich als stellvertretende Geschäftsführerin tätig.

Franchise-Partnerinnen
Franchise-Partnerinnen Corinna Bäsch und Nicole Czernohorsky.

Insgesamt haben wir uns in der Schweiz aber leider nicht so wohl gefühlt. Und aus diesem Grund haben wir dazu entschlossen wieder zurück nach Deutschland zu gehen. Dann ging es natürlich darum, zu überlegen, was wir beruflich weiter machen. Wir haben erst mit dem Gedanken gespielt, ein Hotel Garni zu eröffnen. Dann sind wir aber auf das Franchise-Modell gestoßen. Und durch einen Freund sind wir letztendlich bei der Bäckerei Mauel gelandet.

Nicole Czernohorsky: Meine Lehre habe ich in der Bäckerei gemacht. Danach war ich vier Jahre lang bei der Bundeswehr, bevor ich mich dann selbstständig gemacht habe. Mein Geschäftspartner hat schon vorher in einer Filiale unseres Franchisepartners gearbeitet und darum haben wir uns für diesen Bereich entschieden.

 

Warum haben Sie sich gerade für eine Selbstständigkeit im Franchising entschieden?

Corinna Bäsch: Man hat ein geringeres Risiko, als wenn man sich alleine selbstständig macht. Denn es ist ja schon eine Unternehmensgeschichte vorhanden. Ganz bewusst haben wir uns darum auch für einen Qualitätsbäcker entschieden. Denn man muss ja hinter dem stehen können, was man verkauft. Da wir keine gelernten Bäcker sind, ist uns auch die Unterstützung durch unseren Franchisegeber wichtig. Denn ansonsten hätten wir uns für ein ganz anderes Geschäft entscheiden müssen.

Nicole Czernohorsky: Bei mir ist es so, dass ich mich eigentlich schon immer selbstständig machen wollte. Auch mit einem Café. Mein Geschäftspartner und ich haben uns dann genauer mit dem Thema auseinandergesetzt. Und mit dem System von Bäckerei Mauel hat es von Anfang an auch gut gepasst.

 

Denken Sie also, dass es wichtig ist, ein gutes Verhältnis zum Partner zu haben?

Nicole Czernohorsky: Auf jeden Fall. Für mich ist das ganz wichtig, dass man auch Probleme ansprechen kann und so Unterstützung bekommt. Wir Nehmer und unser Geber treffen uns zum Beispiel einmal monatlich zu einer Besprechung. Dort können wir uns austauschen.

Corinna Bäsch: Zum einen das und zum anderen werden uns da die neuesten Produkte vorgestellt, die wir demnächst im Angebot haben werden.

 

Wie muss man denn aus Ihrer Sicht gestrickt sein, um als Franchise-Nehmer erfolgreich sein zu können?

Corinna Bäsch: Man muss auf jeden Fall belastbar sein. Und wenn man anständig führen möchte, muss man auch viel Zeit einplanen und gerade am Anfang auch mal zehn bis zwölf Stunden im Geschäft sein. Außerdem muss man zu möglichen Wochenendarbeiten bereit sein. Also wir sind morgens um halb sechs hier und gehen nie vor halb vier nach Hause.

 

Frau Czernohorsky, gibt es etwas, wo Sie sagen: Ohne das geht es nicht als Franchiser eines Bäckerei-Unternehmens?

Nicole Czernohorsky: Ja. Definitiv die Freundlichkeit. So kann man schon viel gewinnen. Aber wie auch Corinna Bäsch schon gesagt hat, muss man sich darauf einstellen, dass man sehr viel arbeitet und ganz wenig Freizeit hat. Darum darf die Selbstständigkeit als Franchise-Nehmer auch keine Ad hoc-Entscheidung sein. Man muss sich das schon genau überlegen und soll zu 100 Prozent hinter dieser Entscheidung stehen.

 

Was würden Sie denn jungen Menschen raten, die eine Selbstständigkeit als Franchise-Nehmer anstreben?

Corinna Bäsch: Dass sie sich vor der Selbstständigkeit genau überlegen, ob sie mit Franchising erfolgreich sein können.

Nicole Czernohorsky: Ja. Und dass sie sich genau vor Augen halten, dass man sehr viel Arbeit in die Tätigkeit investieren muss. Das sollte man keinesfalls unterschätzen. Ansonsten wird das Unternehmen nicht gelingen.

 

 


Chancen und Risiken des Franchisings

Wenn Sie sich für eine Gründung als Franchise-Nehmer entscheiden, bietet Ihnen das häufig viele Chancen. Anders als bei der Neugründung eines Unternehmens können Sie dann oftmals auf ein bereits bewährtes Konzept zurückgreifen. Sie haben mit dem Franchise-Geber oftmals einen starken Partner, der Ihnen den Rücken stärkt und werden von ihm in vielen Fragen unterstützt. Häufig ist das Unternehmen, für das Sie tätig werden, schon vielen potenziellen Kunden bekannt. Sie müssen also in vielen Fällen nicht bei null anfangen. Auch das benötigte Eigenkapital ist beim Franchising längst nicht hoch. Darüber hinaus erhalten Sie oftmals günstigere Einkaufsbedingungen.

Aber das Franchising kann auch Nachteile haben. Sie sind als Franchise-Nehmer finanziell und auch rechtlich selbstständig. Sie tragen also alle Risiken, die jeder Unternehmer trägt. Verlassen Sie sich darum nicht nur auf die Zahlen und Hochrechnungen, die Ihnen der Franchise-Geber präsentiert. Hinterfragen Sie, ob das geplante Geschäft an dem vorgesehenen Standort tatsächlich rentable Umsätze erzielen kann. Schauen Sie sich um, ob Sie in der Nachbarschaft des geplanten Geschäftes Konkurrenten haben. Denn Sie alleine stehen wirtschaftlich für Ihr Unternehmen gerade. Dazu kommt, dass Sie sich als Franchise-Nehmer oft viele Jahre lang vertraglich an den Franchisepartner binden. Und Ihre Ausgaben laufen auch dann weiter, wenn Ihr Geschäft nicht so gut läuft. Das heißt zum Beispiel, dass die monatlichen Gebühren, die ein Nehmer an den Geber bezahlt, auch dann bezahlt werden müssen, wenn es seinem Unternehmen finanziell einmal nicht so gut geht.

Klar machen müssen Sie sich auch, dass Sie als Franchise-Nehmer nicht so unabhängig wie andere Selbstständige sind. In Ihrem beruflichen Alltag müssen Sie die Gangart des Franchise-Gebers mittragen. Größere Entscheidungen dürfen Sie in der Regel nur mit seinem Einverständnis treffen.

Ein klarer Nachteil gegenüber einer Selbstständigkeit ohne Franchisesystem im Rücken: Während ein Einzelunternehmer im Notfall sein Unternehmenskonzept ändern kann, um zum Beispiel dafür zu sorgen, dass er wettbewerbsfähig bleibt, ist das im Franchise oft nicht ohne Weiteres möglich. Denn im Gegensatz zum Einzelunternehmer, der beispielsweise seine Angebotspallette erweitern- oder seinen Standort wechseln kann, muss der Franchiseparnter Entscheidungen wie diese mit dem Franchisesystem genau abstimmen.

Schauen Sie immer auch genau in den Vertrag. Denn auch in diesem Vertrag gibt es oft Fallstricke. Sie betreffen in vielen Fällen versteckte Kosten und Haftungsregelungen, die für den Franchise-Nehmer von Nachteil sind und vieles mehr.

Stutzig sollten Sie auch werden, wenn ein Franchiseunternehmen damit wirbt, dass es komplett kostenlos ist. Denn dann werden entsprechende Schulungen durch das Unternehmen ebenso wie eine gute Beratung und Begleitung kaum möglich sein.

Interview: "Franchising ist eine Alternative für Existenzgründer"

Schon jeder hat einmal in einem Mc Donalds gesessen. Was wenige wissen: Dahinter steht ein sogenanntes „Franchising“-System. Jedes Geschäft wird von einem selbstständigen Unternehmer geführt, der von einer Zentrale unterstützt wird.

Deutschlandweit gibt es mehrere hundert Franchisesysteme, die immer mehr Umsatz machen. Sie sind eine interessante Alternative für Existenzgründer, sagt Unternehmensberater Sönke Voigt. Wir sprachen mit ihm über die Vorteile, Kosten und Risiken.   

 

Warum sollte ich als Existenzgründer ein Franchise-Modell in Betracht ziehen?

Voigt: Wenn ich mich selbstständig machen will, muss ich zuerst einmal eine Geschäftsidee entwickeln und ein detailliertes Konzept erarbeiten. Das kostet Zeit und Mühe. Beim Franchising dagegen bekommt man als Gründerin oder Gründer ein etabliertes Konzept, das bereits erfolgreich getestet wurde.

Franchise-Experte Sönke Voigt
Franchise-Experte Sönke Voigt

Zum Beispiel in der Gastronomie: Wenn Sie ein Café eröffnen, sitzen Sie schnell ein ¾ Jahr an der Planung und am Einkauf der Einrichtung. Als Franchisenehmer können Sie auf eine große Unterstützung in der Planung sowie einen zentralen Einkauf zurückgreifen. Sie erhalten einen klaren Fahrplan, was Sie wann benötigen und wie viel es kostet.

Dazu kommt: Dadurch, dass man die Marke nutzen kann, hat man direkt eine größere Bekanntheit. Das erleichtert die Kundenakquise enorm. Man muss sich nicht erst Vertrauen im Markt aufbauen.

 

Aber wenn ich eine komplett eigene, spezielle Idee habe?

Voigt: Franchising ist kein Muss, sondern eine mögliche Alternative zu einem Alleingang. Es gibt auch viele Gründer, die sich gerne selbstständig machen wollen, aber nur vage Geschäftsideen haben, in welche Richtung es gehen könnte. Da macht es Sinn, Franchising als Option zu überprüfen.  

 

In welchen Branchen gibt es denn überhaupt Franchising-Modelle?

Voigt: Franchise ist in den letzten Jahren quer durch alle Branchen extrem erfolgreich geworden. Von Dienstleistungen über Gastronomie, Einzelhandel, Handwerk bis zum KfZ-Sektor – um nur einige Branchen zu nennen. Allerdings unterscheiden sich die Franchisegeber auch innerhalb einer Branche deutlich in ihren Konditionen und Verträgen. Man braucht also einen gewissen Überblick und sollte sich nicht spontan für ein Konzept entscheiden, sondern vergleichen und genau prüfen, ob es das richtige ist.

 

Ein fertiges Konzept – das hört sich danach an, als gäbe es kein Risiko.

Voigt: Franchising bietet gewisse Sicherheiten. Aber trotzdem ist völlig klar: Jeder Franchisenehmer ist selbstständiger Unternehmer – mit allen Chancen und Risiken. Es ist nicht vergleichbar mit einer Festanstellung, sondern mit einer Einzelselbstständigkeit. Als Unternehmer muss man schnell und pfiffig sein. Einfach zurücklehnen und der Erfolg kommt von alleine – so funktioniert es nirgendwo.  

 

Was brauche ich für ein Fachwissen, um ein Franchise-Geschäft zu eröffnen?

Voigt: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man als Franchisenehmer erfolgreich ist, wenn man sich in der jeweiligen Branche und dem entsprechenden Fachgebiet bereits gut auskennt. Im Handwerk zum Beispiel sollten Sie als Geselle bereits mehrere Jahre gearbeitet haben. Im Handel machen sich häufig Abteilungsleiter oder Filialleiter mit einem Franchisesystem selbstständig. Wenn Sie direkt Personal einstellen müssen, sollten Sie bereits Erfahrung als Führungskraft gesammelt haben.

 

Wie viel Geld muss ich investieren, wenn ich mich für ein Franchise-Modell entscheide?

Voigt: Das hängt vom jeweiligen Franchise-System und der Branche ab. In der Regel ist es ein fünfstelliger Betrag, so wie bei einer "normalen" Existenzgründung auch. Das sogenannte Startgeld, also ein Gründerkredit über die KfW-Bank, ist ausdrücklich auch für Franchise-Modelle gedacht. Außerdem müssen bei manchen Franchisegebern Einstiegsgebühren bezahlt werden, um Schulungskosten zu decken.

Hier ist man klar im Vorteil, wenn man sich auskennt. Denn manche Ketten sind stark auf Expansion aus und unterstützen neue Partner finanziell. Dadurch sinkt das eigene wirtschaftliche Risiko. Etablierten Anbietern dagegen tut es teilweise nicht so weh, wenn der ein oder andere Laden wieder zumacht.

 

Man hört allerdings auch von Kämpfen zwischen konkurrierenden Franchise-Ketten. Wenn eine Kette irgendwo ein neues Geschäft aufmacht, eröffnet die Konkurrenz ebenfalls ein Geschäft direkt gegenüber.

Voigt: Ja, Konkurrenz ist immer ein Thema, für alle Selbstständigen. Jeder Geschäftsplan kann sich ändern. So läuft Wirtschaft nun einmal. Aber wenn sich die Situation ändert, habe ich als Franchisenehmer auch eine große Zentrale und die Erfahrungen der anderen Franchisepartner im Rücken, die mich mit erfolgreich getesteten Marketingmitteln unterstützen kann.

Außerdem kann es auch umgekehrt laufen: Wenn ich mit einer bekannten Franchise-Marke ein Geschäft eröffne, ziehe ich vielleicht Kunden von anderen Unternehmen ab. Dann habe ich den Erfolg.

 

Viele Existenzgründer greifen auf ein Gründercoaching zurück, um sich beim Sprung in die Selbstständigkeit beraten zu lassen. Gilt die Coaching-Förderung von der KfW-Bank auch für Franchising?

Voigt: Ja, ein Coaching für Gründer im Franchisebereich ist eine förderfähige Maßnahme. Und es ist auch zu empfehlen. Man muss nicht alles selbst entwickeln, sondern kann auf viele Erfahrungen zurückgreifen. Die teuerste Angelegenheit ist immer noch, wenn man als Gründer scheitert und nach ein oder zwei Jahren wieder sein Geschäft schließen muss.

 

Vielen Dank für das Interview!

 Sönke Voigt ist Kooperationspartner von Existenzgründer & Jungunternehmer. Er berät Existenzgründungen in Nordrhein-Westfalen in der Region Köln/Bonn und bei Existenzgründungen in Hessen (u.a. Frankfurt, Wiesbaden).

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Woran erkenne ich ein gutes Franchise Unternehmen?

Auch unter den Franchising-Systemen gibt es schwarze Schafe. Umso wichtiger ist es, dass Sie genau schauen, ob Ihr Franchise-Geber und seine Geschäftsidee seriös sind.

  • Ihr Franchise-Geber interessiert sich für Ihre Qualifikationen und Vorerfahrungen.

  • Ihr Geber stellt Ihnen Kontakt zu anderen Nehmern her, damit Sie sich mit diesen austauschen können.

  • Ihr Franchise-Geber beantwortet Ihnen auch Fragen zu möglichen Risiken und kann Ihnen ein klar strukturiertes und verständliches Konzept vorlegen.

  • Ihr Franchise-Geber stellt Ihnen einen Berater an die Seite, der regelmäßig für persönliche Gespräche und bei Fragen zur Verfügung steht. Regelmäßig analysiert er außerdem mit Ihnen den Umsatz Ihres Geschäftes.

Ganz wichtig: Fällen Sie Ihre Entscheidungen hinsichtlich einer Selbstständigkeit nicht ad hoc. Überlegen Sie gut, wägen Sie ab und nehmen Sie sich Zeit.

 

Schätzen Sie den Erfolg des Unternehmens

Aufschluss darüber, ob das Konzept des Franchise-Gebers erfolgreich ist, kann Ihnen das Betriebshandbuch Ihres Franchise-Gebers geben. In diesem sind nicht nur die Rechte und Pflichten für Sie als Franchise-Nehmer zu finden. Diese sogenannte Know-how-Dokumentation gibt Ihnen auch Aufschluss über den zu erwartende Gewinn, eine Analyse der Marktsituation und mögliche Konkurrenten.

Wenn Ihr Franchise-Geber ein solches Handbuch nicht vorlegen kann, bitten Sie ihn dennoch um die Herausgabe der für Sie wichtigen Daten (Marktsituation, Wettbewerb, voraussichtlicher Gewinn).

Aber verlassen Sie sich - wenn es um die Rentabilität eines Franchise Unternehmens geht - nicht nur auf die Aussagen des Gebers.Hinterfragen Sie selbst, wie erfolgreich Ihr potenzielles Unternehmen sein kann.

Überlegen Sie:

  • Ob es sich bei den von Ihnen angebotenen Produkte oder Dienstleistungen um solche handelt, die häufig nachgefragt sind.

  • Was die von Ihnen angebotenen Produkte und Leistungen von denen der Konkurrenz abhebt. Denn das ist wichtig, damit Sie sich gegen Ihre Mitwettbewerber durchsetzen.

  • Ob Ihre Produkte und Dienstleistungen auch zukünftig noch von Interesse für Ihre Kunden sind oder ob sie nur ein kurzfristiges Marktpotenzial haben. Denn nur dann kann Ihr Unternehmen dauerhaft erfolgreich sein.

  • Ob sich das Konzept Ihres Franchise-Gebers bereits bewährt hat und ob es erprobt ist. Denn so lässt sich eine bessere Einschätzung darüber treffen, ob es auch an Ihrem Standort erfolgreich sein kann. Wer eine Existenzgründung in Berlin plant steht vor anderen Herausforderungen als bei einer Existenzgründung in Mainz, in Münster oder Karlsruhe. Jede Stadt, jede Region hat ihre eigene Kaufkraft, ihre eigene Konkurrenzsituation. Auch die regionalen Banken sind bei ihrer Kreditvergabe ganz unterschiedlich aufgestellt. 

Interview mit einem Franchise-Geber: „Es muss passen“

Franchising ist für viele Gründer ein Thema. Wie haben mit Peter Mauel gesprochen. Er ist der Geschäftsführer von Mauel 1883 und Franchisegeber. Insgesamt hat das Unternehmen 25 Filialen.

 

Worauf achten Sie bei der Auswahl Ihrer Franchisepartner?

Es gibt vor der ersten Entscheidung immer zunächst einmal einige Probetage. Dort wird ganz genau geschaut, ob man überhaupt zusammenarbeiten kann. Und es wird geschaut, ob es passt oder nicht. Denn das Verhältnis muss stimmen. Gerade im Cafébereich haben die Partner die Möglichkeit, vieles sehr individuell zu machen. Allerdings ist es uns wichtig, dass die Bäckerei immer gut und deutlich wahrzunehmen ist. Und damit müssen unsere Franchise-Nehmer einverstanden sein.

 

Wie schätzen Sie denn Ihr Risiko ein?

Für uns war das Risiko eher gering, da viele unserer Franchise-Nehmer aus unseren eigenen Reihen kamen. Zum Beispiel aus dem Verkauf. Zu einem Risiko könnte es nur kommen, wenn etwa unser Name leiden würde. Wenn zum Beispiel alte Backwaren als frische Ware verkauft würden. Das würde natürlich gar nicht gehen. Und da müsste man dann auch Konsequenzen ziehen.

Franchise-Geber Mauel
Geschäftsführer Peter Mauel in einer seiner Bäckereien. Foto: Mauel 1883

Wie sind Sie auf das Franchise-Modell gekommen?

Für uns ist es immer schwieriger geworden, so viele Mitarbeiter zu führen. Außerdem können unsere Franchise-Nehmer immer sehr viel flexibler handeln als wir es aus der Zentrale heraus könnten. Denn sie sind vor Ort und können spontan entscheiden, ob vielleicht gerade Zeit dafür ist, Bürokram zu erledigen. Darum haben wir uns für das Franchisemodell entschieden. Es ist uns aber dennoch wichtig, dass das in einem überschaubaren Rahmen bleibt. Wir möchten nicht von 25 Franchise-Filialen plötzlich auf 50 springen.

Vielen Dank für das Interview!


Wie finanziere ich das Franchise und die Gebühren?

Wenden Sie sich, wenn Sie Fragen zur Finanzierung haben, zunächst an Ihre Bank. Lassen Sie sich dort zunächst unverbindlich wegen eines möglichen Kredites beraten. Sinnvoll ist es, wenn Sie die Konditionen verschiedener Banken vergleichen.

Beachten Sie, dass einige Banken ein wenig länger brauchen, um einen Kredit zu gewähren oder kritisch gegenüber Selbstständigen eingestellt sind. Es macht Sinn, das Thema Finanzierung mit einem Unternehmensberater zu besprechen. Auch ein professioneller Businessplan ist dafür in der Regel nötig. Ein Ansprechpartner, wenn es um das Thema Fördergelder geht, ist zum Beispiel die KfW-Bank. Auch hier kennen sich Gründerberater gut aus. Es lohnt sich, über eine Existenzgründungsberatung nachzudenken. Auch Ihre Hausbank ist in der Regel der richtige Ansprechpartner, wenn es um die Beantragung von öffentlichen Fördermitteln geht.

Eigenkapital

Wie in fast jeder Selbstständigkeit müssen Sie auch als Franchise-Nehmer oftmals ein Eigenkapital mitbringen. Dieses wird zum Beispiel benötigt, um notwendige Kredite bei der Bank zu bekommen. Die Höhe des nötigen Eigenkapitals variiert aber stark von Unternehmen zu Unternehmen. Während einige Franchise-Geber gar kein Eigenkapital von ihren Nehmern verlangen, setzen andere ein geringes Eigenkapital von einigen tausend Euro voraus. Andere verlangen den Nachweis über ein deutlich höheres Eigenkapital. Gerade dann, wenn es sich um sehr bekannte Unternehmen handelt. Schauen Sie daher immer genau hin, ob, und in welcher Höhe Eigenkapital vorausgesetzt wird.

Fördermittel

Für Unternehmer, die den Schritt in die Selbstständigkeit gehen, gibt es unterschiedliche Fördermittel. Zum Beispiel in Form von günstigeren Krediten, Förderdarlehen, Zuschüssen oder Bürgschaften. Das Angebot ist vielfältig und nicht jede Förderung ist gleichermaßen geeignet. Nehmen Sie sich daher Zeit, um sich einen Überblick über das Angebot zu verschaffen.

Die Franchise Gebühr

Wenn Sie sich im Franchising selbstständig machen, hat das häufig viele Vorteile. Sie dürfen eine Marke nutzen, die vielen Menschen oft schon bekannt ist. Und sie müssen sich selbst nicht so viele Gedanke um das Konzept machen. Denn in der Regel steht dieses bei Franchise Unternehmen fest. Kurzum: Sie müssen das Rad nicht neu erfinden und Sie bekommen in vielerlei Hinsicht Unterstützung durch den Franchaise-Geber. Natürlich ist das nicht umsonst. Als Nehmer bezahlen Sie dem Franchise-Geber dafür eine Gebühr. Unterschieden wird dabei oft zwischen zwei verschiedenen Gebühren, den Einstiegsgebühren und den laufenden Gebühren.

Die Einstiegsgebühren werden oft auch als Einmalgebühren, Startgebühren, „initial fee" oder Eintrittsgebühren bezeichnet. Sie fallen oftmals sehr unterschiedlich aus. Für diese Einmalgebühren bekommt der Franchise Partner das sogenannte "Franchisepaket". Dieses enthält zum Beispiel Werbe- und Marketingmittel, die den Franchise-Nehmer dabei unterstützen, sein Geschäft bekannt zu machen. Aber in dem Paket sind auch das Warenprogramm und Regelungen etwa zu Bestellungssystemen und Betriebsabläufen zu finden.

Die Höhe dieser Einstiegsgebühren ist ganz unterschiedlich und variiert je nach Bekanntheitsgrad des jeweiligen Unternehmens. Sie kann von 5.000 Euro bis hin zu mehreren 10.000 Euro reichen. Zu der Franchise-Gebühr kommen oft auch Kosten für die Innenausstattung etwa von Geschäften und Restaurants, Kosten für die Personalwerbung, Ausbildungskosten und andere Investitionen.

Doch nicht jedes Franchise Unternehmen verlangt diese Einstiegsgebühren. Es lohnt sich also, nachzufragen.

Über die Startgebühren hinaus werden in der Regel auch laufende Gebühren fällig, die der Franchise-Nehmer in der Regel monatlich an den Franchise-Geber bezahlt. Im Gegenzug gibt es für den Franchise-Nehmer zum Beispiel Schulungen und Beratungsangebote.

Einige Franchise-Nehmer müssen ihren Franchise-Gebern zusätzlich auch eine Werbegebühr bezahlen. Sie hängt meist prozentual vom Umsatz, den der Nehmer mit seinem Geschäft macht, ab. Welche Art der Werbung mit dieser finanziert wird, sollte im Vertrag geregelt sein.

Vergessen Sie nicht, dass natürlich auch noch andere Kosten, wie zum Beispiel die Pacht für ein Ladenlokal und die Kosten für das Personal auf Sie zukommen können.


Der Franchise - Vertrag

Wenn Sie also als Franchise-Nehmer tätig werden möchten, schließen Sie mit dem Franchise Unternehmen erst einmal einen Vertrag. Dieser ist jeweils ganz individuell auf das jeweilige Franchise System zugeschnitten.

Einen Mustervertrag, der für alle Franchisingsysteme gilt, gibt es also nicht. Wichtig ist aber, dass die Grundlagen des jeweiligen Systems klar formuliert sind. Auch die Unternehmensphilosophie sollte im Vertrag erklärt werden. Außerdem muss deutlich werden, was der Franchisegeber für Sie leistet. Übernimmt er zum Beispiel die Werbung für Sie? Oder stellt er Ihnen die nötigen Geschäftsräume zur Verfügung? Sind Sie der Pächter der Räume, in denen Ihr Unternehmen sitzt, oder ist es Ihr Franchisepartner? In welchem Gebiet dürfen Sie tätig sein?

Außerdem sollten Ihre Pflichten und Zahlungsverpflichtungen Gegenstand des Vertrages sein.

Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer Fragen, die der Vertrag beantworten sollte: Gibt es Verträge mit speziellen Lieferanten, bei denen eingekauft werden muss? Dürfen Sie eigene Personalentscheidungen treffen? Wie sieht es mit der Preisbindung aus? Ist eine Vertragsdauer festgelegt? Wie hoch sind die Gebühren, die von Ihnen gezahlt werden müssen?

Schauen Sie sich auch an, ob es Klauseln bezüglich eines nachvertraglichen Wettbewerbsverbotes gibt. Denn das heißt im Klartext oft, dass Sie Ihrem Franchise-Geber keine Konkurrenz machen dürfen. Weil es sich hier um ein begrenztes Berufsverbot handelt, sollten Franchisenehmer im Vertrag besonders gut darauf achten, welche zeitlichen und räumlichen Beschränkungen genannt werden und ob Sie eine sogenannte Karenzentschädigung für diese Zeit erhalten.

Leistungen des Franchise Unternehmens

Achten Sie immer genau darauf, welche Leistungen vom Franchise-Geber zu erwarten sind. Denn auch diese bestimmen oft maßgeblich den Erfolg des Franchiseunternehmers. In der Regel ist bereits im Vertrag geregelt, dass der Geber für die Ausbildung des Nehmers zuständig ist. Außerdem unterstützt er ihn in seiner Arbeit.

Dazu gehört zum Beispiel, dass

  • der Franchise-Geber dem Franchise-Nehmer Know-how überträgt

  • dass er Handbücher und Informationen, etwa zu Betriebsabläufen zur Verfügung stellt

  • der Franchise-Geber einen Gebietsschutz gewährleistet. Das heißt, er sorgt dafür, dass kein anderes Unternehmen seines Franchise-Systems in der Nähe des Franchisenehmers eröffnet und ihm so Konkurrenz macht.

Text: Daniela Lukaßen.