Die Unfallversicherung für Existenzgründer

Existenzgründer denken im Vorfeld ihrer Selbständigkeit oftmals nicht daran, dass sie für ihren Versicherungsschutz selbst aufkommen müssen. Dabei stellen die Kosten für Krankenversicherung, Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Unfallversicherung erhebliche Belastungen für das neu zu gründende Unternehmen dar, die aus den laufenden Einnahmen zu bezahlen sind, wenn sie nicht anderweitig, zum Beispiel durch staatliche Zuschüsse zur Existenzgründung oder aus der Privatschatulle des Existenzgründers selbst beglichen werden. Staatliche Zuschüsse laufen jedoch aus, und auch private Mittel sind in der Regel eher begrenzt, weswegen baldmöglichst dafür zu sorgen ist, dass diese Kosten aus dem neuen Unternehmen heraus erwirtschaftet werden können.

Trotzdem dem Existenzgründer der Abschluss einer Unfallversicherung frei steht, sollte darauf keinesfalls verzichtet werden, da eine solche Versicherung eine aus einem Unfall auf dem Wege oder bei der Arbeit resultierende Invalidität absichert und damit den Existenzgründer vor dem finanziellen Ruin bewahrt. Dazu kommen im Bedarfsfalle noch Leistungen für Angehörige bzw. Hinterbliebene des Geschädigten. Für Existenzgründer im Gesundheitsbereich (wie zum Beispiel Logopäden oder Physiotherapeuten) besteht diese Freiwilligkeit nicht. Die gesetzlichen Bestimmungen für die Unfallversicherung sind im Siebten Buch des Sozialgesetzbuches (SGB VII) festgehalten, mit diesen sollte sich ein Existenzgründer vertraut machen.

Unfallversicherung für Existenzgründer
Plums - ein Unfall! @james steidl - istockphoto.com

Eine Unfallversicherung für den Existenzgründer kann entweder über die gesetzliche Versicherung durch die jeweils zuständige Berufsgenossenschaft erfolgen, oder durch eine private Unfall-Versicherung. Auch bei den Berufsgenossenschaften ist ein Existenzgründer, wie oben erwähnt, in den meisten Fällen nicht zwingend versichert, kann dort aber eine freiwillige Unfallversicherung abschließen. Die jeweils zuständige gewerbliche Berufsgenossenschaft richtet sich nach der Branche, in welcher der Existenzgründer tätig ist. Welche der gewerblichen Berufsgenossenschaften, landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften oder Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand zuständig sind, erfährt der Existenzgründer durch die Infoline der Gesetzlichen Unfallversicherung unter 0800 - 6050404.

Für den Abschluss einer privaten Unfallversicherung durch den Existenzgründer spricht, dass sie diesen auch in seiner Freizeit absichert und nicht nur, wie es bei den Unfallversicherungen der Berufsgenossenschaften der Fall ist, auf dem Weg zur Arbeit oder bei der Arbeit selbst. Zudem kann eine private Unfallversicherung unter Umständen recht günstig sein, wenn bei demselben Versicherer auch andere Versicherungsverträge, wie etwa eine Haftpflichtversicherung oder eine Rechtsschutzversicherung, abgeschlossen werden. Zu beachten ist allerdings, dass eine solche private Unfallversicherung nur dann Zahlungen leistet, wenn die Schädigung als Folge eines Unfalls eingetreten ist, Zahlungen bei Berufskrankheiten und in ähnlichen Fällen fallen somit aus. Da der größte Teil der Unfälle überhaupt in der Freizeit passiert, ist eine solche private Unfallversicherung vielleicht sowieso zu erwägen. Freilich muss hier erwähnt werden, dass auch die Berufsgenossenschaften zusätzlich zur gesetzlichen Unfallversicherung eine reine, so genannte Freizeitunfallversicherung anbieten.

Weitere Infos zur privaten Unfallversicherung.

Weitere Infos zur gesetzlichen Unfallversicherung.

Wie hoch die Leistungen der Unfallversicherung sind, sei es die gesetzliche oder private, richtet sich einesteils nach der Höhe der Versicherungssumme und andernteils nach dem Grad der Invalidität, die Folge des Unfalles ist. Dieser Grad gibt an, zu welchem Prozentsatz die Erwerbsfähigkeit des Existenzgründers durch die Unfallfolgen gemindert ist. Während eine private Unfallversicherung häufig schon bei der geringsten denkbaren Minderung gewisse Leistungen erbringt, zahlen die gesetzlichen Unfallversicherungen der Berufsgenossenschaften meist erst bei einer spürbaren und erheblichen Beeinträchtigung der Arbeitskraft.

Anders ist die Lage für Arbeitnehmer, die durch einen Existenzgründer angestellt werden: sie sind kraft Gesetzes durch diesen beim jeweiligen Unfallversicherungsträger gegen Arbeits- und Wegeunfälle und auch Berufskrankheiten zu versichern, wofür er auch die Beiträge zu leisten hat. Zu diesem Zwecke hat der Arbeitgeber die Einstellung von Arbeitskräften an den Unfallversicherungsträger zu melden, dies gilt natürlich auch für Auszubildende und Praktikanten. Der Existenzgründer ist außerdem verpflichtet, die Anschrift und Kontaktdaten des jeweils zuständigen Unfallversicherungsträgers durch einen Aushang am Schwarzen Brett des Betriebes allen Beschäftigten zur Kenntnis zu bringen.

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