Unternehmenskauf finanzieren: So bekommen Sie das Geld von der Bank

Wer eine Firma kaufen will, steht vor einem zentralen Problem: Der Firmenkauf muss finanziert werden. Doch bei größeren Darlehen blockieren viele Hausbanken. Das heißt: Als Firmenkäufer brauchen Sie eine Finanzierungsstrategie. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie die ganze Firma kaufen oder GmbH-Anteile kaufen: Sie brauchen einen klaren Plan für das Bankgespräch.

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Wer finanziert meine Übernahme?

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Expertengespräch: „Keine Bank will gerne ins Risiko gehen“

Früher hat Maren Ehlers als Bankberaterin Businesspläne bewertet und Firmenkredite bewilligt – oder abgelehnt. Heute arbeitet sie als freie Unternehmensberaterin und hilft Firmenkäufern dabei, die Finanzierung zu stemmen, erstellt aber auch Unternehmensbewertungen für Firmeninhaber, die ihr Unternehmen verkaufen möchten. Im Interview spricht sie über die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten und erklärt, wie man am besten vorgeht.

Als Firmenkäufer hat man manchmal mit eigenwilligen Firmeninhabern zu tun. Viele Firmeninhaber nennen einen spontanen Kaufpreis, nach dem Motto: „150.000 Euro will ich dafür haben“. Wie gehe ich damit als interessierter Firmenkäufer um?

Experting für Finanzierung Maren Ehlers
Beraterin Maren Ehlers

Ehlers: Mit solchen Angeboten würde ich sehr vorsichtig umgehen. Das sind in der Regel grobe Hausnummern. Sie basieren oft auf einem ideellen Wert. Der Inhaber hat viele Jahre, oft Jahrzehnte an Zeit und Kraft investiert. Die Firma ist sein Kind.

Aber hinter solchen Summen steht meistens keine fundierte, sachliche Unternehmenswertermittlung. Für eine Finanzierung benötigt man eine solide, professionelle Bewertung. Sonst spielen die Banken nicht mit, egal ob Hausbank, KfW oder andere Förderbanken.

 

Andere Inhaber verschicken ein Exposé. Was sind hier die wichtigsten Kennzahlen?

Ehlers: Die meisten Exposés sind eher Werbebroschüren, die allgemein gehalten sind. Der Verkäufer möchte erst einmal Interesse wecken. Zudem ist ein Exposé auch nur ein Stück Papier. Nur weil dort bestimmte Zahlen stehen, heißt das ja noch lange nicht, dass es auch so ist.

Für eine fundierte Einschätzung benötigt man unter anderem die Jahresabschlüsse mit Gewinn- und Verlustrechnung der letzten drei Jahre sowie aktuelle BWAs. Daraus lässt sich ableiten, wie sich die Firma entwickelt hat. Auch der Kundenstamm und Lieferantenstamm ist wichtig, um mögliche Abhängigkeiten zu erkennen und zu bewerten.

Das Exposé dient also dazu, einen ersten, oberflächlichen Eindruck zu bekommen. Für die Einsichtnahme in Jahresabschlüsse, BWAs und andere Dokumente müssen dann meistens Verschwiegenheits- und Vertraulichkeitserklärungen unterschrieben werden.

 

Wie kann ich den Firmenkauf finanzieren?

Ehlers: Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten: Über Eigenkapital, über die Hausbank oder über die KfW und andere Förderbanken. Die meisten Firmenkäufe werden über eine Kombination dieser drei Möglichkeiten finanziert.

Ein Beispiel: Der Firmenkäufer steuert 20 Prozent Eigenkapital bei. Die Hausbank übernimmt den Kontokorrentkredit. Und die KfW übernimmt die langfristige Finanzierung. Man kann auch mit den Förderbanken der Bundesländer zusammenarbeiten, in Bayern etwa mit der LfA Förderbank.

 

Wie beurteilen Sie die Angebote der KfW, also in diesem Fall die ERP-Gründerkredite?

Ehlers: Als Firmenkäufer ist man offiziell ein Existenzgründer und kann damit auf die Gründerangebote der KfW zugreifen. Das ERP Startgeld und die beiden weiteren ERP-Kredite sind eine gute Sache. Es sind zinsgünstige Darlehen, bei denen die KfW teilweise Haftungsfreistellungen für die Hausbank übernimmt.

Denn jede Bank fragt sich: Was passiert, wenn der Firmenkäufer den Kredit nicht mehr tilgen kann? Bleiben wir dann auf den Schulden sitzen? Hier ist eine Haftungsfreistellung eine gute Hilfe. Die KfW haftet dann für einen Teil des geplatzten Kredites.

Das ERP StartGeld ist besonders attraktiv. Denn hier übernimmt die KfW bis zu 80 Prozent der Haftung. Die Hausbank selbst haftet nur noch mit 20 Prozent.

Bei den größeren Krediten sinkt jedoch die Haftungsfreistellung auf 50 bis 60 Prozent. Dem entsprechend müssen die Hausbanken hier mehr ins Risiko gehen. Da keine Bank gerne ins Risiko geht, werden von den Firmenkäufern entsprechende Sicherheiten erwartet, am besten in Form von Eigenkapital.

 

Heißt das, die Finanzierung eines Firmenkaufs ganz ohne Eigenkapital ist nicht möglich? 20 Prozent des Kaufpreises brauche ich dann doch mindestens.

Ehlers: Ein Firmenkauf ohne Eigenkapital ist eine Herausforderung. Dann muss es dem Unternehmen wirtschaftlich sehr gut gehen und die Bonität des Käufers sehr gut sein. Es gibt aber auch die Möglichkeiten über eine Bürgschaftsbank zusätzliche Sicherheiten einzuholen und so die Eigenkapitalquote zu verbessern.

 

Welche weiteren Möglichkeiten habe ich noch, wenn ich zu wenig oder kein Eigenkapital habe?

Ehlers: Wer ein Haus oder eine Wohnung als Sicherheit mit einbringen kann, hat immer gute Karten. Bei Immobilienvermögen wird jeder Bänker ganz geschmeidig.

 

Was brauche ich, wenn ich bei der Bank vorstellig werde?

Ehlers: Grundsätzlich sollten Sie nicht wie ein Bittsteller auftreten. Viele Firmenkäufer und Gründer lassen sich zu sehr einschüchtern. Sie sollten sich aber sehr gut auf das Bankgespräch vorbereiten.

Dazu gehört ein solider Businessplan mit einer sauberen Finanz- und Liquiditätsplanung. Sie müssen zeigen, dass Sie die Firma in den nächsten Jahren erfolgreich weiterführen und weiterentwickeln.

Dazu gehört auch, dass Sie sich Gedanken machen, wie Sie bestehende Kunden und wichtige Mitarbeiter halten und wie Sie die gesamte Übergabe organisieren.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 


Finanzierung eines Firmenkaufs: Die nächsten Schritte (Checkliste)

Checkliste

  • Einblick in die letzten drei Jahresabschlüsse
  • Professionelle Unternehmensbewertung durchführen
  • Businessplan erstellen (Umsatz, Liquiditätsplanung)
  • Notwendige Investitionen ermitteln
  • Übergabe besprechen
  • Verhandlungen mit der Bank beginnen
  • Mögliche Fördermittel akquirieren
Senior und Juniorin
Checkliste für die Finanzierung

Kapital für Unternehmenskauf: Ihre Finanzierungsmöglichkeiten

Hausbank Kredit

Ob bei kleineren Finanzierungen oder bei einer Finanzierung über die KfW Bank: Die Hausbank des Unternehmens ist häufig ein wesentlicher Baustein bei der Finanzierung. Der Vorteil bei der Hausbank: Die Bank kennt die Zahlen und kann die Lage sehr gut einschätzen. Trotzdem kann aber auch eine andere Bank kontaktiert werden, falls die Hausbank zu negativ eingestellt ist. Vor den Verhandlungen mit der Hausbank sollte der Businessplan stehen, inklusive Liquiditäts- und Umsatzplanung.  

KfW Bank Kredit

Die KfW bietet mehrere Finanzierungsmöglichkeiten für Gründer an. Als Firmenkäufer werden Sie von der KfW wie ein Existenzgründer betrachtet, weil Sie eine neue Firma übernehmen und damit neu gründen. Das ERP-Startgeld ist für Vollfinanzierungen bis zu 100.000 Euro gedacht. 80 Prozent des Kreditausfallrisikos wird von der KfW übernommen. Die Mittel können für den Firmenkauf oder für den Kauf von Unternehmensanteilen eingesetzt werden, wenn man Geschäftsführer wird. Weitere KfW Finanzierungsmöglichkeiten sind das ERP-Kapital bis 500.000 Euro und der ERP-Gründerkredit für Finanzierungen über 500.000 Euro. Bei der Beantragung können Unternehmensberater helfen.

Unternehmenskauf ohne Eigenkapital

Wenn Sie über kein Eigenkapital verfügen, ist es leider deutlich schwerer, eine Firma oder Firmenanteile zu kaufen. Der Grund: Die Banken müssen dann ein deutlich höheres Risiko tragen. Möglicherweise gibt es den Weg, über eine Landes-Förderbank oder eine Bürgschaftsbank zu gehen. Eine gute Alternative ist, wenn man eigene Immobilien als Sicherheits einbringen kann.

Unternehmenskauf mit Eigenkapital

Mit Eigenkapital haben Sie deutlich bessere Chancen, ein Unternehmen zu erwerben. Die Daumenregel sind 20 Prozent, weil 80 Prozent des Haftungsrisikos von der KfW übernommen wird. Die Hausbank trägt damit keine Risiken. Allerdings hat längst nicht jeder Käufer 20 Prozent des Verkaufspreises auf „der hohen Kante“. Sie benötigen also auch hier eine individuelle Finanzierung, bei denen ein Unternehmensberater helfen kann.


Finanzierung Firmenkauf: Ein Beispiel

Max Müller hat mehrere Jahre im Maschinenbau in einer Führungsposition gearbeitet. Nun hat er einen fünfstelligen Betrag zur Seite gelegt und will eine Firma kaufen. Er hat bereits ein Unternehmen im Blick und ist in Verhandlungen. Eine professionelle Firmenbewertung wurde bereits durchgeführt. Nun fehlen ihm 400.000 Euro für den Kauf. Mit einer Unternehmensberaterin entwickelt er einen Finanzierungsplan. Hierbei greifen Sie auf einen ERP-Kredit der KfW Bank zurück, der über die Hausbank abgewickelt wird. Zusätzlich wird eine regionale Förderbank mit ins Boot geholt.


Unternehmensnachfolge oder Notverkauf? Was ist der Grund

Unternehmensnachfolge

In Deutschland stehen tausende Firmen vor einer Nachfolge. Die Inhaber sind über 60 Jahre, oft auch über 70 Jahre alt und suchen dringend einen Nachfolger. Gleichzeitig benötigt man für eine saubere, geordnete Firmenübergabe oft mehrere Jahre. Die Firmen stehen oft gut am Markt. Gleichzeitig gibt es eine hohe Abhängigkeit zum bisherigen Inhaber.

Notverkauf

Bei Firmen, die aus der wirtschaftlichen Not heraus verkauft werden, sollte man sehr vorsichtig agieren. Oftmals wollen Inhaber den Verkauf sehr schnell über die Bühne bringen. Hier müssen die Jahresabschlüsse besonders intensiv geprüft werden. Anders sieht es wiederum bei einem Verkauf aus einer gesundheitlichen Notsituation aus.

Wer hilft mir weiter?

In Deutschland gibt es viele erfahrene Unternehmensberater, die mittelständische Firmen unterstützen – insbesondere bei Unternehmensnachfolgen. Die Berater sind in der Regel erfahrene Kaufleute, die Kontakte zu regionalen Banken haben und die Fördermittel-Landschaft kennen. Sie helfen bei der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung, der Firmenbewertung, beim Businessplan und bei Bankgesprächen.


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Nachfolgering und Unternehmer
Geregelte Nachfolge oder Notverkauf?