Kredite und Darlehen für Existenzgründer

Laut KfW-Gründungsmonitor ist das Thema Finanzierung eines der fünf Hauptprobleme von Existenzgründungen in Deutschland. Für Gründer bedeutet das: Sie müssen sich gut vorbereiten, um ihre Bank zu überzeugen. Wer sich informiert, erhöt die Chancen, einen Kredit zu erhalten.

Viele Existenzgründer brauchen einen Kredit, um in die Selbstständigkeit zu starten. Im Handwerk, in der Gastronomie, aber auch im Dienstleistungsbereich müssen zu Beginn viele Dinge angeschafft werden.

Aber welche Kreditmöglichkeiten kommen in Frage? Wie geht man strategisch am klügsten vor? Was muss man wissen, bevor man zur Bank geht?

Dazu lesen Sie:

  • Kurz und knapp: Wie viel Geld brauchen Sie und welche Kreditmöglichkeiten kommen in Frage? Von Mikrokrediten über Kreditmarktplätze bis zum StartGeld der KfW-Bank.
  • Experten-Interview I: Warum Sie alles daran setzen müssen, an Eigenkapital zu kommen. Und warum dadurch die Verhandlungen mit den Banken einfacher werden.

  • Experten-Interview II: Wie man mit der Schufa-Auskunft umgehen sollte. Und wie viele Existenzgründer unnötigerweise ihre Kreditwürdigkeit verspielen.

  • Checkliste: Das müssen Sie beim Bankgespräch beachten. Die kritischen Fragen werden kommen - ob Sie wollen oder nicht. Vorbereitung ist alles.

  • Experten-VideoStartkapital - Wie komme ich an Fördermittel? Wie berechne ich meinen Kapitalbedarf? Worauf muss ich bei privaten Krediten achten?

  • Crowdfunding: Alternative Finanzierungsmöglichkeit für Kreative und Freiberufler. Wer im Netz bekannt ist, hat gute Chancen. Besonders für Projekte interessant.

  • Tunnelblick: Warum Existenzgründer beim Thema Kredit schnell einen Tunnelblick bekommen – und wie sie wieder da raus kommen. Und warum man Durchhaltevermögen braucht.

Viel Erfolg mit Ihrem Gründungsvorhaben! Wir freuen uns über jeden, der unser Online-Spezial weiterempfielt. Vielen Dank.

Kurz erklärt - Kredite und Darlehen für Existenzgründer

Wie viel Geld benötigen Sie?

Viele Gründer haben eine grobe Vorstellung, wie viel Geld sie für die Existenzgründung benötigen. Ohne einen Kredit oder ein Darlehen geht es in der Regel nicht. Dem entsprechend möchten viele Existenzgründer schon vorab wissen, welche Möglichkeiten es für sie gibt.

Deswegen folgt hier ein kurzer Überblick – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Es geht darum, einen ersten Schnell-Überblick zu bekommen. Ein Einstieg in das Thema. Denn viele Existenzgründer haben Probleme, einen Kredit bewilligt zu bekommen.

1. Für einen vierstelligen Betrag eignen sich folgende Angebote:

Kreditmarktplätze: Bei Anbietern wie Auxmoney oder Smava kann man über eine Online-Abfrage herausfinden, ob man einen Kredit bekommt. Die Marktplätze arbeiten teilweise mit unterschiedlichen Anbietern zusammen. Allerdings sollte man bereits selbstständig sein.

Beim Kredit von Privat hat man die Möglichkeit, sich selbst und sein Projekt einer Gruppe von privaten Investoren vorzustellen. Diese entscheiden, ob sie ihr Geld verleihen oder nicht. Teilweise findet auch hier eine Vorauswahl anhand von Bonitätskriterien statt. Doch ist das Regelwerk - abhängig vom Anbieter - in der Regel weniger starr als bei einer Bank.

Hier können Sie sich über Angebote beim Kreditmarktplatz "Smava" informieren:

Mikrodarlehen: Manche Gründer brauchen nur einen geringen Betrag. Für sie sind Mikrodarlehen interessant. In jedem Bundesland gibt es Förderbanken, die diese Mikrodarlehen vergeben. Mehr Infos zu Mikrodarlehen auf dieser offiziellen Seite. Die Vor- und Nachteile der Mikrokredite erklärt Ihnen die Gründerberaterin Jadranka Lux in diesem Interview. Zum Beispiel zahlt man vergleichsweise hohe Zinsen und die Beantragung ist bürokratisch.

2. Für größere Vorhaben: Existenzgründerdarlehen über das Hausbankprinzip

Sowohl über Mikrodarlehen als auch über Kreditmarktplätze sind auch Kredite im fünfstelligen Bereich möglich. Allerdings muss man dann genau abwägen, was sinnvoller ist: Ein Mikrodarlehen oder das StartGeld? Dieses Thema wird im Experten-Interview angesprochen.

Aber Vorsicht! Sie sollten nicht einfach spontan zur Bank gehen, sondern sich gut vorbereiten. Wenn man ungeschickt vorgeht, kann man seine Kreditwürdigkeit verspielen, sagt Joachim Zill, Gründercoach aus Köln. Mehr dazu lesen Sie in diesem Interview.

StartGeld der KfW-Bank: Das KfW-Startgeld ist der Klassiker unter den Krediten für Existenzgründer. Man zahlt vergleichsweise niedrige Zinsen. Selbstständige im Nebenerwerb können das StartGeld ebenfalls beantragen. Auch ohne Eigenkapital bekommt man das StartGeld bewilligt – zumindest in der Theorie. In der Praxis gibt es immer wieder Probleme, wie im Interview deutlich wird.

Fast alle Gründer mit Darlehensbedarf wenden sich früher oder später an ihre Hausbank. Auch wenn der Gründerkredit über die KfW Bank läuft, ist die Hausbank der Ansprechpartner. Sie entscheidet über die Bewilligung der Gelder und vergibt letztendlich die Existenzgründungskredite. Ihre Hausbank kennt Sie und Ihre persönlichen Umstände und kann sich für Sie einsetzen - vorausgesetzt, sie ist von Ihrem Gründungskonzept überzeugt!

Welche Förderungen, Zuschüsse und Bürgschaften gibt es?

Finanzierungen für Ihre Geschäftsidee @g_studio - istockphoto.com

Die meisten Fördermodelle für eine Selbständigkeit sehen nicht die direkte Kreditvergabe von der Förderstelle an den Unternehmer vor. In der Regel übernimmt die fördernde Stelle das Risiko, falls der Existenzgründer Kredit nicht zurückgezahlt werden kann, entweder komplett oder in Teilen. Nach dem Hausbankprinzip wird das Geld dann von der Bank des Existenzgründer bewilligt. Die Auswahl dieser Förderungen, Bürgschaftsmodelle und Zuschüsse ist groß. Denn nicht nur der Bund, sondern auch die Länder, Kommunen und sogar die Europäische Union bieten Existenzgründerdarlehen/Bürgschaften für die Finanzierung und Förderung der Existenzgründung an. Alle Zuschüsse können bequem über die Förderdatenbank eingesehen werden (eine der beliebtesten Förderungen ist hier übrigens das Startgeld der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank). Die Vorteile eines geförderten Kredites betreffen fast alle Angebote gleichermaßen:

  • Die Kreditförderung in Deutschland ermöglicht es Existenzgründern ohne viel Eigenkapital, ihre Geschäftsidee in die Tat umzusetzen.
  • Bei vielen Fördermodellen müssen Sie erst ab dem zweiten Jahr mit der Rückzahlung des Darlehen für Existenzgründer beginnen. Das soll verhindern, dass Sie ab dem Zeitpunkt der Gründung durch die Kosten erdrückt werden.
  • Für jede Förderung muss der Gründer bestimmte Auflagen erfüllen. Die wichtigste Auflage ist ein stichhaltiges Konzept. Das heißt: Sie als Gründer sind gezwungen, sich intensiv mit Ihrer Idee, der Finanzplanung und den Erfolgsaussichten auseinanderzusetzen. Diese Arbeit an Ihrem Geschäftskonzept trägt maßgeblich zum langfristigen Erfolg bei!

Wie beurteilt meine Bank mein Vorhaben?

Dazu müssen Sie sich für einen kurzen Augenblick in Ihren Gesprächspartner der  Bank hineinversetzen. Was sind deren Ziele, was sind die Ängste? Positiv betrachtet, verdient die Bank an Ihnen Geld durch die Zinsen, die sie für den Kredit bekommt. Diese sind durch die Förderungen allerdings selten besonders hoch. Langfristig möchte die Bank Sie natürlich als erfolgreichen Geschäftsmann haben: Mit prall gefülltem Geschäftskonto oder dem ein oder anderen weiteren Darlehen. Kreditanstalten des öffentlichen Rechts wie z.B. Sparkassen oder Genossenschaftsbanken sehen in der Unterstützung von Existenzgründer oft auch eine Möglichkeit, die regionale Wirtschaftsstruktur zu stärken.

Die Ängste liegen auf der Hand: Die Bank bekommt ihr Geld nicht zurück. Zahlungsunfähigkeit des Gläubigers. Totalverlust. Diesen Ängsten müssen Sie als Gründer begegnen und durch ein überzeugendes Konzept zerstreuen! Machen Sie Ihren Sachbearbeiter zu Ihrem Verbündeten. Denn dieser vertritt Ihr Anliegen, wenn die Kreditabteilung der jeweiligen Bank über Ihr Existenzgründerdarlehen entscheidet. Machen Sie sich bewusst, dass Ihr zuständiger Sachbearbeiter für Sie und Ihre Idee eintritt und dass Ihr Scheitern auch auf ihn zurückfällt - mit allen Konsequenzen für seine weitere Karriere. Deshalb: Gehen Sie nicht direkt zur Bank, auch wenn Sie Ihren zuständigen Mitarbeiter schon kennen! Bereiten Sie sich bereits für das erste Gespräch optimal und professionell vor. Am besten mit einem Experten aus Ihrer Region, der die lokalen Gegebenheiten kennt.

Es ist deshalb empfehlenswert, wenn Sie sich Hilfe bei einem erfahrenen Unternehmensberater holen. Dieser Experte aus Ihrer Region kann Ihnen dabei helfen, eine Strategie für das Bankgespräch zu entwickeln. Denn nichts ist bei der Vergabe des Existenzgründer-Darlehens so wichtig wie ein überzeugendes Auftreten für Ihre Gründungsidee!

Checkliste: Was sind meine nächsten Schritte?

Was können Sie jetzt als nächstes tun? Nach der 72-Stunden-Regel müssen Sie mit Ihrem Vorhaben innerhalb der nächsten 3 Tage aktiv werden, um eine 99%-Erfolgswahrscheinlichkeit zu erreichen. Mit jedem der folgenden Schritte erfüllen Sie die 72-Stunden-Regel:

  • Kontaktieren Sie einen Experten für Existenzgründung in Ihrer Nähe und entwickeln Sie gemeinsam ein überzeugendes Konzept für Ihr Bankgespräch. Auch bei der Wahl der Förderungen kann dieser Ihnen helfen.
  • Informieren Sie sich bei der kfw und der Förderdatenbank über Kreditförderungen und Bürgschaften.
  • Dann reden Sie mit Ihrer Hausbank, auch über mögliche Fördermöglichkeiten.
  • Sofern Sie Ihre privaten Kosten abdecken möchten, ist eventuell der Existenzgründerzuschuss vom Arbeitsamt für Sie interessant.

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    Die Gründerregion Kassel stellt sich vor.

    Zitate aus den Kapiteln

    "Jede Bank tickt anders. Es ist auch immer eine Frage, welche Kontakte man hat."
    Jadranka Lux, Gründerberaterin


    "Wenn man ungeschickt vorgeht, kann man seine Kreditwürdigkeit verspielen."
    Joachim Zill, Gründerberater


    "Viele Gründer sind froh, wenn sie einen erfahrenen Berater an ihrer Seite haben."
    Jadranka Lux, Gründerberaterin


    "Die Gründer brauchen eine innere Stabilität und dürfen nicht bei der ersten kritischen Frage umkippen."
    Joachim Zill, Gründerberater