Geschäftsidee: Wie ein 17-Jähriger eine Roboterhand entwickelt

Existenzgründung mit einer Roboterhand
Pascal Lindemann baute eine humanoide Roboterhand, die man mit einem Datenhandschuh bedienen kann.
©BASF SE

Pascal Lindemann ist 17 Jahre alt und hat eine Roboterhand entwickelt. Das Fachwissen dafür hat er aus dem Internet. Wir haben mit ihm über seine Erfindung gesprochen.

 

Wie kommt man auf die Idee, eine Roboterhand zu konstruieren?

Pascal Lindemann: Ich habe schon in der sechsten Klasse einen kleinen Roboter entwickelt. Ich wollte etwas Komplexeres machen als nur mit Lego bauen. Aber das war damals natürlich noch nicht so professionell wie heute.

Dann habe ich einige Jahre nichts Nützliches gemacht. Voriges Jahr kam ich dann auf die Idee, beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ in der Gründerregion Rheinland-Pfalz mitzumachen. Dort gibt es gute Preisgelder und man hat die Möglichkeit, durch seine Erfindung zum Beispiel einen Platz für ein duales Studium oder einen Platz auf einer Messe zu bekommen.

Schließlich habe ich mich entschieden, eine Roboterhand zu bauen. Eine Hand hat die Vorteile, dass dort sehr viele Muskeln/Sehnen auf kleinem Raum vorhanden sind. Die nötige Feinmechanik zu konstruieren macht das Projekt sehr interessant.  

 

Wofür kann man den Handschuh gebrauchen?

Pascal: Die Roboterhand ist mit einem Handschuh verbunden, dadurch kann sie dem Benutzer alles nachmachen. Außerdem kann sie durch Tast- und Temperatursensoren fühlen und gibt dem Benutzer ein Feedback. Man kann auch per Funkverbindung über eine größere Entfernung die Roboterhand – oder einen ganzen Körper - steuern. Das würde sich zum Beispiel im Weltraum oder in Gefahrengebieten eignen. Es ist aber erst ein Prototyp.

 

Die Roboterhand erinnert ein bisschen an Iron Man. Tony Stark hat kürzlich einen 8-Jährigen überrascht und ihm eine Roboter-Prothese für seinen Arm überreicht.

Pascal: Iron Man ist definitiv einer meiner Lieblingsfilme!

 

Wie hast du dir das Fachwissen dafür angeeignet?

Pascal: Hauptsächlich über das Internet. Wenn ich dort nicht weitergekommen bin, habe ich Professoren von Hochschulen angeschrieben und gefragt, ob sie mir kurz helfen können.  

Am PC habe ich ein CAD-Programm, mit dem ich die Roboterhand konstruiert habe. Die Bauteile kommen aus dem 3D Drucker. Die Platinen habe ich selbst gelötet. Das Fachwissen für Elektronik, Programmieren oder mathematische Formeln findet man auch im Netz. Es wird irgendwann zur Routine, seine Fragen bei Google einzugeben. Das hat schon damals in der sechsten Klasse geklappt.

 

Wie sehen deine Eltern deinen Erfindergeist?

Pascal: Meine Eltern unterstützen mich zum Glück. Sie halten mir den Rücken frei und finanzieren mir zum Beispiel Zugfahrten und kleinere Investitionen. In letzter Zeit fahre ich viel durch Deutschland und stelle meinen Handschuh vor.

 

Wie geht es jetzt weiter?

Pascal: Ich arbeite schon am nächsten Projekt, für das es bereits einige Interessenten gibt. Hoffentlich kommt es bald auf den Markt.


Vielen Dank für das Interview!

 

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