Wie gründe ich ein erfolgreiches Startup? Der Überblick


Startup: Am Anfang steht die Idee

Fast jeder Startup-Gründer berichtet von dem einen, entscheidenden Moment. Die Geschäftsidee wird „geboren“. Doch tatsächlich ist es selten ein Gedankenblitz, der einschlägt. In der Regel haben Startup-Gründer schon vorher in der Branche gearbeitet oder interessieren sich privat für das übergeordnete Thema. Wer also leidenschaftlich gerne reist, der hat oft eine Idee im Reisebereich. Wer sich gesund ernährt, der hat eine Idee im Food-Sektor usw. Doch taugt die Idee auch für ein Startup?  Oder ist es nur eine „Schnapsidee“? Um das zu prüfen, kann man verschiedene Wege gehen.

Agiler Startup Gründer
Startup gründen: Solides Geschäftsmodell oder "Schnapsidee"?
  1. Wettbewerber checken Gibt es diese Idee in Deutschland oder einem anderen Land bereits? Was möchte man besser machen als die bisherigen Anbieter im Markt? Ist die eigene Idee einfacher, günstiger, hochwertiger als die anderen Angebote? Hier geht es um die Positionierung und das Alleinstellungsmerkmal im Markt. Eine Idee bringt sehr wenig, wenn es die gleiche Idee bereits dutzende Male im Markt gibt. 
  2. Schneller Testlauf Wie kann die Startup-Idee schnell und einfach getestet werden? Hier geht es darum, einen „Dummy“ aufzusetzen. Sei es in Form einer einfachen Website (Tipp: Jimdo) und einer gezielten Online-Marketing-Kampagne. Oder in Form eines Tests im echten Leben mit Freunden und Bekannten. Aber Vorsicht: Freunde sind alles andere als „neutral“.
  3. Grobe Kalkulation aufstellen Startup-Ideen gibt es viele. Aber ist jemand auch bereit dafür zu zahlen? Und falls ja, wie viel? Steigen Sie ein in eine erste grobe Kalkulation. Auf der einen Seite stehen die Kosten: Wie viel Startkapital benötigen Sie? Auf der anderen Seite potenzielle Einnahmen, also wie viel Sie mit Verkäufen verdienen würden. Gerade die Hochrechnung potenzieller Einnahmen ist eine schwierige, aber wichtige Aufgabe.  
  4. Berater mit ins Boot holen Professionelle Startup-Berater helfen jungen Gründern dabei, die Idee auszuarbeiten. Diese Berater haben auch Erfahrung rund um Businessplan, Geschäftsmodelle, Finanzierung, Bankgespräche. In einem ersten unverbindlichen Gespräch kann man bereits seine Startup-Idee vorstellen und ein neutrales Feedback erhalten.

Hilfe rund um die Startup-Gründung

Nutzen Sie die Möglichkeit und nehmen Sie hier Kontakt zu einem Startup-Berater auf. Das erste Gespräch ist völlig unverbindlich. Sie können dem Berater schildern, in welchen Themen Sie Hilfe und Unterstützung benötigen.

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Startup finanzieren: Wie man die Anfangszeit überlebt

Die meisten Startup-Gründer starten ohne Kapital. Allerdings: Sie werden nur finanzielle Unterstützung erhalten, wenn Sie zeigen, dass Sie es wirklich ernst meinen und bereit sind, alles zu geben. Grundsätzlich gibt es folgende Möglichkeiten:

Bootstrapping

Unter Bootstrapping versteht man, dass Sie möglichst auf externe Finanzierung verzichten und aus eigener Kraft das Geschäft hochziehen. Dabei müssen Sie so schnell wie möglich Einnahmen generieren und damit einen positiven Cashflow. Aus den Einnahmen finanzieren Sie das weitere Wachstum.

Startup-Kredit

Die KfW Bank bietet in Deutschland Gründerkredite an, zum Beispiel das KfW Startgeld. Die KfW Bank hat keine eigenen Filialen. Der KfW Gründerkredit wird über eine Hausbank organisiert. Hierfür benötigen Sie einen wasserdichten Businessplan. Über die KfW Bank finanzieren viele Gründer ihren Sprung in die Selbstständigkeit.

Fremdkapital von Investoren

Die KfW Bank hilft in der Regel mit sechsstelligen Summen. Große Startups benötigen deutlich mehr Geld, vor allem, wenn sie international skalieren. Hier haben Sie die Möglichkeit, sich Investoren zu suchen. Am besten funktioniert dies, wenn Sie bereits einen Dummy gebootstrapped haben und etwas vorweisen können. 

Startup-Fördermittel

Viele Startup-Gründer suchen auch nach Fördermitteln. So viel vorab: Sie bekommen nirgendwo Geld geschenkt. Unter Fördermitteln versteht man unter anderem zinsgünstige Gründerdarlehen wie von der KfW Bank oder Förderungen bei Startup-Beratungen, so dass Sie für die Beratung deutlich weniger zahlen müssen.


Checkliste Startup gründen: Die nächsten Schritte

  • Elevator Pitch entwickeln: Die Startup-Idee in 30 Sekunden beschreiben  
  • Externes Feedback einholen: Neutrale, kritische Stimme bewusst einholen und diskutieren
  • Dummy erstellen: Test-Seite oder Test-Angebot erstellen  
  • Test durchführen: Fremden Personen das eigene Produkt zeigen und prüfen, ob gekauft wird
  • Wettbewerbsanalyse: Konkurrenz sichten und bewerten
  • Alleinstellungsmerkmal: Den eigenen USP herausarbeiten
  • Finanzplanung: Kosten aufstellen und Finanzierungsmöglichkeiten klären
Gründerin macht die Checkliste
Schritt für Schritt zum Startup

Marketing: So gewinnen Sie als Startup Kunden

Bei allen Methoden und Strategien wie Bootstrapping und Lean Startup geht es darum, schnelle Tests aufzusetzen, die klare Zahlen liefern. Hier gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. 

Social Media Kampagnen

Auf Facebook, Instagram, Twitter und anderen Plattformen lassen sich sehr flexibel und schnell Online-Kampagnen aufsetzen. Sie zahlen in der Regel pro Klick und können flexibel Budget einsetzen. Allerdings sollten die Kampagnen kreativ sein. Denn die User sind eher im „Unterhaltungsmodus“ und nicht im Kaufmodus.

AdWords Kampagne

AdWords ist ein Kanal, der eher vertriebslastig ist. Hier suchen viele potenzielle Kunden direkt nach einem konkreten Produkt oder einer Dienstleistung. Allerdings ist die Konkurrenz auf AdWords in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Auch bei AdWords-Kampagnen zahlt man pro Klick und kann die Kampagne flexibel hoch- und runterfahren.

Suchmaschinenoptimierung

Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist ein sehr effektiver Weg, da potenzielle Besucher und Kunden dauerhaft und kostenlos Ihre Seite erreichen. Allerdings ist SEO aufwändig und wirkt erst mittel- bis langfristig. Sie benötigen hierfür eine Keyword-Strategie und entsprechenden hochwertigen Content. Tipp: Hören Sie mal in diesen SEO Podcast rein.


Startup gründen: Diese 3 Voraussetzungen sollten Sie erfüllen

Risikobereitschaft

Als Startup-Gründer gehen Sie ins Risiko! Sie werden Geld in die Hand nehmen müssen. Sie werden viele Dinge ausprobieren, bei denen Sie einfach nicht wissen, ob es klappt. Es gibt keine Garantie erfolgreich zu sein. Im Gegenteil: Die meisten Gründer scheitern. Tipp: Besuchen Sie einmal eine „Fuckup Night“ in ihrer Region. Dort erzählen Gründerinnen und Gründer davon, wie sie gescheitert sind und was sie daraus gelernt haben.

Durchhaltevermögen

Sie träumen vom schnellen Geld? Vergessen Sie es! Es wartet sehr viel Arbeit auf Sie. Nur wenn Sie bereit sind, richtig die Ärmel zu krempeln, haben Sie eine Chance. Wenn Sie ein Startup aufbauen, brauchen Sie Durchhaltevermögen. Viele Gründer starten sehr euphorisch. Doch es dauert in der Regel Jahre, bis man sich wirklich etabliert hat.

Selbstkritik

Viele Unternehmer erscheinen in TV äußerst selbstbewusst und oft arrogant. Die Wahrheit ist aber: Als Gründer müssen Sie enorm selbstkritisch sein. Sie müssen Ihre Idee und Ihre Kompetenzen immer wieder hinterfragen. Bleiben Sie offen für externes Feedback. Vor allem kritische Kundenstimmen sollte man nicht einfach „wegdrücken“, sondern genau hinhören.


Startup Unternehmen: Alleine oder im Team gründen

Viele Startups gründen im Team. Ein großer Unterschied etwa zu Freiberuflern oder Solo-Selbstständigen. Ein Team hat viele Vorteile, aber auch einige Nachteile.

Startup Team
Im Team gründen?

Vorteil Team: Mehrere Kompetenzen

Gemeinsam ist man stärker. Vor allem, wenn jeder Startup-Gründer und jede Startup-Gründerin ihre eigenen Kompetenzen mitbringen. Manche Menschen sind sehr gut in Marketing und Vertrieb, andere in Programmierung und wiederum andere in Betriebswirtschaft und kaufmännischen Themen. Teilen Sie die Themen klar auf, so dass jeder seinen eigenen Verantwortungsbereich hat.

 

Nachteil Team: Der menschliche Faktor

Allerdings ist auch klar: Wenn mehrere Personen an einer Idee arbeiten, kann es auch zu Reibereien kommen. Jeder bringt seine eigenen Vorstellungen und Wünsche mit. Auch das Engagement ist oft unterschiedlich: Manche hängen sich komplett rein, andere wollen es vielleicht einfach nur mal ausprobieren. Das Startup-Team muss also auf menschlicher Ebene „funktionieren“. 

Vorteil Alleine: Komplette Hoheit

Wenn Sie alleine gründen, haben Sie einen entscheidenden Vorteil: Sie müssen keine Kompromisse schließen. Sie können selbst und alleine entscheiden, welchen Weg Sie gehen, wo Sie investieren und wie viel Risiko Sie wollen. Viele Gründer sind auch einfach keine Teamplayer. Sie wollen endlich alleine ihr eigenes Ding machen. Damit lastet auch die ganze Arbeit und Verantwortung auf ihren Schultern.

 

Nachteil Alleine: Mehr Unterstützung von außen

Klar ist: Wenn Sie ein Startup alleine gründen, brauchen Sie mehr externe Unterstützung – und damit mehr Geld, um dies zu finanzieren. Programmierer sind rar gesät und auch Agenturen kosten entsprechend Geld. Außerdem besteht die Gefahr, dass man sich in seine Idee „verliebt“ und nicht kritisch genug ist. Sie sollten auf jeden Fall externe Beratung oder ein externes Netzwerk haben, über das Sie Feedback zu Ihrem Startup erhalten.


Startup gründen in Deutschland

Während sich in den USA vieles auf New York und Silicon Valley konzentriert, haben wir Deutschland Städte mit größeren oder kleineren Startup-Szenen. Hinzu kommt, dass die Bundesländer eigene regionale Fördertöpfe haben. Einige Städte:

Startup Unternehmen in Berlin

Als Hauptstadt hat Berlin die größte Startup-Szene in Deutschland. Hier sitzen vor allem Tech-Startups, die eigene Online-Plattformen entwickeln. Aber auch Unternehmen wie Zalando, die einst Startups waren und heute erfolgreiche etablierte Firmen sind, haben in Berlin ihren Sitz. In Berlin sitzen außerdem viele Investoren und Business Angels. Hier eine Event-Übersicht bei Startup Digest.

Startup Szene in Köln

Köln gilt als Medienstadt und geheime Hauptstadt des Rheinlands. Hier hat sich in den vergangenen Jahren eine eigene Startup-Szene entwickelt, unter anderem am Startplatz, ein Inkubator und Coworking Space in der Stadt.

Startups in München

Startup-Gründer wie Freeletics beweisen: Auch in der Münchner Startup-Szene bewegt sich viel! Auch hier gibt es mittlerweile ein Netzwerk aus Business Angels  und Förderprogramme wie BayStartUp. Eine Übersicht zu Veranstaltungen in München liefert unter anderem Startup-Digest.

Startups in der „Provinz“

Viele erfolgreiche Startups entstehen außerdem in der Provinz. Das können kleinere Städte wie Freiburg, Unna oder Hannover sein. Aber auch noch ländlicher. Der Vorteil der „Provinz“: Hier erhalten Sie eher Unterstützung durch örtliche Institutionen. Auch Fachkräfte werden nicht so schnell abgeworben. Allerdings müssen Sie sich die Fachkräfte auch oft erst einmal aufbauen.


Startup Theorien: 3 Bücher kurz vorgestellt

Es gibt unzählige Bücher rund um Existenzgründung und Startups. Viele finden Sie in der Bücher-Ecke von Existenzgründer & Jungunternehmer. Drei passende Startup-Bücher:

  • Lean Startup von Eric Ries: Lean Startup von Eric Ries ist ein Klassiker, den praktisch jeder Startup-Gründer gelesen haben muss. Die Lean-Theorie beruht darauf, dass man ein innovatives Produkt entwickelt und es möglichst schnell am Markt testet.
  • Business Model You von Alexander Osterwalder: Business Model You ist vor allem interessant für Kreative und Freiberufler. Es ist ein sehr anschauliches Buch mit vielen Praxisübungen und Anleitungen. Viele Grafiken und Bilder, wenig Text.
  • Das 4-Stunden-Startup von Felix Plötz: Felix Plötz – selbst Gründer mehrerer Startups – beschreibt hier, wie man nebenbei ein Startup gründet. Der Fokus liegt auf einem möglichst risikolosen Weg. Auch organisatorische Fragen werden angesprochen.